Wird die Trennung der Verlustverrechnungstöpfe für Aktien und Aktienfonds noch 2022 beendet? Verluste im derzeitigen Umfeld m. Einzelaktien auszugleichen ist für Privatanleger schwierig u. riskant.

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Wird die Trennung der Verlustverrechnungstöpfe für Aktien und Aktienfonds noch 2022 beendet? Verluste im derzeitigen Umfeld m. Einzelaktien auszugleichen ist für Privatanleger schwierig u. riskant.

Sehr geehrter Herr Toncar,

auch ich bitte darum, die Trennung der Verlustverrechnungstöpfe für Aktien u. Aktienfonds möglichst bald aufzuheben. Einzelaktien stecken ja auch in den Fonds, warum die steuerliche Trennung? Vor allem werden Privatanleger gegenüber institutionellen Anlegern massiv benachteiligt. Letztere können Verluste voll abschreiben und ihr Risiko begrenzen. Sie arbeiten auch nicht mit versteuertem und verbeitragtem Nettovermögen wie Privatanleger. Mit Einzelaktien zu handeln ist im aktuellen makroöonomischen Umfeld riskant. Wird die Verlusstopftrennung nicht aufgehoben, sind Privatanleger aber ggf. ungewollt zu weiterem Risiken gezwungen. Es fallen Steuern, Soli u. Sozialabgaben für die Aktienverluste an. Die GKV berücksichtigt nämlich Aktienverluste nicht, sie berechnet Beiträge vom Bruttoeinkommen, wenn man nicht angestellt oder in Rente ist. (Das wäre ebenfalls ein Thema für eine Gesetzeskorrektur.)

Freundlich grüßt Sie

Frage von Ulrike S. am
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Sehr geehrte Frau S.,

vielen Dank für Ihre Nachricht zur Trennung der Verlustverrechnungstöpfe für Aktien und Aktienfonds.

Es ist uns Freien Demokraten ein wichtiges Anliegen, die private Vermögensbildung in Deutschland vereinfachen. Dabei wollen wir auch die steuerliche Behandlung von Verlusten bei Wertpapiergeschäften angehen. Wir haben seitens des Finanzministeriums Eckpunkte für ein „Zukunftsfinanzierungsgesetz“ erarbeitet, mit dem wir den Kapitalmarkt stärken möchten (vgl. https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Finanzmarktpolitik/2022-06-29-eckpunkte-zukunftsfinanzierungsgesetz.pdf?__blob=publicationFile&v=4). Teil des Maßnahmenpakets ist auch die Abschaffung des von Ihnen angesprochenen gesonderten Verlustverrechnungskreises für Verluste aus Aktiengeschäften. Darüber hinaus sollen auch die gesonderten Verlustverrechnungskreise für Verluste aus Termingeschäften und aus Forderungsausfällen im Privatvermögen abgeschafft werden. Unser Ziel ist, dass Verluste aus Wertpapiergeschäften aller Art wieder in vollem Umfang abzugsfähig sind, um den privaten Vermögensaufbau zu fördern.

Als nächstes werden wir die von uns erarbeiteten Eckpunkte in der Koalition besprechen. Wir werden seitens der FDP mit großem Nachdruck für eine schnelle Verbesserung der Situation eintreten.

In diesem Sinne verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen

Florian Toncar

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