Wie stellen Sie sich die kinderärztliche Versorgung im Westerwald vor? Die Praxen sind ohnehin schon überlaufen und alle arbeiten am Limit!
Sehr geehrte Frau G.,
vielen Dank für Ihre Frage zur kinderärztlichen Versorgung im Westerwald.
Eine gute und wohnortnahe kinderärztliche Versorgung ist für Familien unverzichtbar. Mir ist bewusst, dass viele Kinderarztpraxen bereits heute an ihrer Kapazitätsgrenze arbeiten und Eltern häufig Schwierigkeiten haben, kurzfristig einen Termin zu erhalten. Diese Entwicklung beobachte ich mit großer Sorge.
Unser Ziel muss sein, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass sich Kinderärztinnen und Kinderärzte auch künftig für eine Tätigkeit im ländlichen Raum entscheiden. Dazu gehören verlässliche wirtschaftliche Bedingungen ebenso wie der Abbau unnötiger Bürokratie und eine bessere Unterstützung der Praxen im Praxisalltag. Der Deutsche Bundestag hat am 10. Juli 2026 das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen. Mit diesem Gesetz soll die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung langfristig stabilisiert und ein weiterer deutlicher Anstieg der Beitragssätze für Versicherte und Arbeitgeber begrenzt werden. Gleichzeitig war es der Bundesregierung wichtig, die medizinische Versorgung insbesondere in sensiblen Bereichen nicht zu gefährden.
Deshalb bleibt die bereits bestehende Entbudgetierung der hausärztlichen Versorgung sowie der Kinder- und Jugendmedizin ausdrücklich erhalten. Das bedeutet, dass Leistungen von Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzten auch künftig vollständig vergütet werden und nicht unter Budgetbegrenzungen fallen. Damit setzt der Bund ein klares Signal für eine verlässliche und hochwertige Versorgung von Kindern und Jugendlichen.
Ich werde mich auch weiterhin dafür einsetzen, dass die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Westerwald gesichert und langfristig gestärkt wird. Gerade im ländlichen Raum brauchen wir attraktive Rahmenbedingungen, damit sich ausreichend Ärztinnen und Ärzte niederlassen und Familien auch künftig wohnortnah versorgt werden.
Mit freundlichen Grüßen
Harald Orthey,MdB
