Stimmen Sie der automatischen Kopplung des Rentenalters zu ja oder nein?
Sehr geehrte Frau K.,
vielen Dank für Ihre Anfrage. In Ihrer Anfrage erkundigen Sie sich, ob ich befürworte, das Renteneintrittsalter an die durchschnittliche Lebenserwartung zu koppeln.
Eine Rentenreform ist aus meiner Sicht dringend erforderlich. Da geburtenstarke Jahrgänge in Rente gehen, stehen immer weniger Beitragszahlern eine wachsende Zahl von Leistungsempfängern gegenüber. Das setzt unser umlagefinanziertes Rentensystem unter großen Druck. Unternehmen wir nichts, drohen steigende Beiträge für die arbeitenden Generationen und ein Absinken des Rentenniveaus.
Die Bundesregierung hat eine unabhängige Alterssicherungskommission eingesetzt, die 33 Vorschläge für die Reform der gesetzlichen Rentenversicherung vorgelegt hat. Zu den Vorschlägen gehört, das gesetzliche Renteneintrittsalter an die durchschnittliche Lebenserwartung zu koppeln, so dass das Renteneintrittsalter von 2031 bis 2041 schrittweise von 67 auf 67,5 Jahre ansteigt. Die abschlagsfreie Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren soll abgeschafft und das Mindestalter für die vorgezogene Rente mit Abschlägen von 63 auf 64 Jahre angehoben werden. Für langjährig Versicherte, die aus gesundheitlichen Gründen ihren Beruf nicht mehr ausüben können, sollen Ausnahmeregelungen geschaffen werden.
Aus meiner Sicht sind die Vorschläge richtig: Wenn Menschen länger leben, müssen sie auch länger arbeiten. Die Rentenkasse wird stabilisiert, da die steigende Bezugsdauer der Rente durch eine längere Lebensarbeitszeit gegenfinanziert wird. Es ist ein Gebot der Generationengerechtigkeit, dass die arbeitenden Generationen nicht mit immer höheren Rentenbeiträgen und steigenden Bundeszuschüssen aus Steuermitteln überlastet werden. Zudem ist es für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unseres Landes von großem Vorteil, wenn ältere Fachkräfte mit ihren wertvollen Qualifikationen und Erfahrungen dem Arbeitsmarkt länger zur Verfügung stehen.
Derzeit arbeitet die Bundesregierung den Gesetzentwurf für die Rentenreform aus. Im Herbst soll im Deutschen Bundestag die parlamentarische Beratung erfolgen und abgeschlossen werden.
Mit freundlichen Grüßen
Hermann Färber
