Wie denken Sie über den Einfluss des großen US-Finanzakteurs Blackrock? Es ist an Vonovia, Rheinmetall, der Deutschen Bank, vielen weiteren DAX-Konzernen und europäischen Firmen und Banken beteiligt.

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Frage von Reinhard G. •

Wie denken Sie über den Einfluss des großen US-Finanzakteurs Blackrock? Es ist an Vonovia, Rheinmetall, der Deutschen Bank, vielen weiteren DAX-Konzernen und europäischen Firmen und Banken beteiligt.

Verdient Blackrock so doppelt und möglicherweise auch dreifach – an öffentlichen Aufträgen, wie zum Beispiel Rüstungsaufträgen und den Krediten, die dafür aufgenommen werden, bei Banken, an denen auch Blackrock beteiligt ist, usw. ? Sehen Sie hier ein Problem? Falls ja – wie könnte dem begegnet werden?Könnte das Kartellrecht so erweitert werden, dass die Summe der Beteiligungen eines großen Finanz-Akteurs begrenzt wird?https://de.wikipedia.org/wiki/BlackRockhttps://lobbypedia.de/wiki/Blackrock

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Antwort von Die Linke

Lieber Herr G.,

vielen Dank für Ihre Frage. Auch aus Sicht der Linken ist der wachsende Einfluss großer Vermögensverwalter wie BlackRock ein Problem, das durch die angekündigte staatliche Förderung von privater Altersvorsorge am Kapitalmarkt sogar noch verschärft werden könnte.

Große Vermögensverwalter können viel Marktmacht auf sich konzentrieren, indem sie bei zahlreichen Unternehmen große Anteile halten. BlackRock beispielsweise hält über 7 Prozent der Stimmrechte bei Rheinmetall und rund 8 Prozent bei der Deutschen Bank. Bei großen börsennotierten Unternehmen sind das relativ gewichtige Anteile.

Wenn große Vermögensverwalter gleichzeitig an sehr vielen wichtigen Unternehmen beteiligt sind, können sie dadurch erhebliche wirtschaftliche Macht generieren. Auch auf politische Entscheidungen kann das dann indirekt wirken. Große Vermögensverwalter haben durch ihre wirtschaftliche Bedeutung, ihre Kontakte zu Politik und ihre Beteiligung an vielen Unternehmen, viele Möglichkeiten, um politische Debatten und Rahmenbedingungen zu beeinflussen.

Besonders kritisch wird es dann, wenn der Staat große Summen ausgibt, beispielsweise für Rüstung, und gleichzeitig große Vermögensverwalter an den Unternehmen und Banken beteiligt sind, die von diesen Ausgaben profitieren. Je stärker große Vermögensverwalter in diese Unternehmen investiert sind, umso mehr profitieren sie von staatlichen Investitionen und umso enger sind öffentliche Investitionsentscheidungen auf einmal mit privaten Finanzinteressen verbunden.

Als Linke ist für uns klar, dass es mehr Transparenz und eine strengere Regulierung am Finanzmarkt braucht. Der Finanzmarkt sollte nicht dem Interesse privater Vermögensverwalter und Investorinnen und Investoren dienen, sondern gemeinwohlorientiert, demokratisch und transparent geregelt werden.

Um Spekulation einzudämmen, fordern wir eine Finanztransaktionssteuer, die vor allem „Hochfrequenzhändler“ betrifft, die für Instabilität sorgen. Zudem wollen wir Finanzinstrumente nur unter der Bedingung zulassen, dass sie einen „Finanz-TÜV“ erhalten: Finanztransaktionen, -dienstleistungen und -instrumente werden nur noch dann erlaubt, wenn sie einen gesamtwirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Nutzen haben. Die Spekulation mit lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen wollen wir beenden. Wir fordern, dass Krankenhaus-, Pflege- und Immobilienkonzernen die Börsenzulassung entzogen wird. Auch auf Nahrungsmittel soll nicht mehr spekuliert werden dürfen.

Mit solidarischen Grüßen

Das Team von Ines Schwerdtner

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