Warum gibt es so wenige Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche?
Sehr geehrter Herr K.,
vielen Dank für Ihre Frage, die ich Ihnen gerne beantworte. Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche werden in erster Linie auf kommunaler Ebene organisiert und angeboten. Dementsprechend gibt es regional große Unterschiede. In meinem Wahlkreis Böblingen existiert beispielsweise ein reichhaltiges Freizeitangebot für Kinder, dass durch die Kommunen, Vereine, Sozialverbände, Kirchen und weitere Gruppen angeboten wird, doch auch hier gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Kommunen. Die Bundespolitik unterstützt diese Angebote nur mittelbar, indem wir einen gesetzlichen Rahmen schaffen.
Grundsätzlich möchten wir als SPD-Bundestagsfraktion Kindern den Zugang zu Freizeitangeboten ermöglichen. Ein wichtiger Meilenstein war hierbei die Einführung des Rechtsanspruchs auf eine Ganztagsgrundschulkindbetreuung, der ab kommendem Schuljahr in Kraft tritt. Die Schulen und Kommunen sind angehalten, die Zeit in der Ganztagsschule auch mit Freizeitangeboten zu füllen, z.B. in Kooperation mit ortsansässigen Vereinen, Einrichtungen und Gruppen. Darüber hinaus hat der Bundestag am 06. März 2026 ein Gesetz beschlossen, nach dem Angebote der öffentlichen und anerkannten freien Träger der Jugendhilfe während der Ferien unmittelbar den Rechtsanspruch auf Ganztagsförderung erfüllen.
Mit dem Kinder- und Jugendplan stellt der Bund in diesem Jahr 261,1 Mio. Euro zur Verfügung, um überregionale Angebote für Kinder und Jugendliche im gesamten Bundesgebiet finanziell zu fördern. Nicht zuletzt profitieren Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus einkommensschwachen Familien seit 2011 vom Bildungs- und Teilhabepaket. Anspruchsberechtigte Personen können auf Antrag beispielsweise einen Zuschuss für die Mitgliedschaft in einem Sportverein, die Kosten für den Musikunterricht oder die Teilnahme an Kinderfreizeiten erhalten. Die konkrete Ausgestaltung liegt jedoch auch hier auf kommunalpolitischer Ebene.
Ich empfehle Ihnen daher, sich mit Ihrer Frage auch an Ihre Kommunalpolitiker:innen vor Ort zu wenden.
Freundliche Grüße
Jasmina Hostert
