Wie wollen Sie dem Fachkräftemangel in Kitas entgegenwirken?
Sehr geehrte Frau C.,
vielen Dank für Ihre wichtige Frage. Damit jedes Kind einen verlässlichen Betreuungsplatz erhält, setzen wir in Nordrhein‑Westfalen auf mehrere konkrete Maßnahmen, die wir mit der aktuellen KiBiz‑Reform gezielt voranbringen.
1. Massive Ausweitung der finanziellen Mittel für mehr Plätze und mehr Personal
Seit 2010 ist die Zahl der Kita-Plätze in NRW um rund 30 Prozent gestiegen – von 532.000 auf 691.000 Plätze. Parallel wurde das Personal nahezu verdoppelt (von 92.300 auf 174.500 Beschäftigte). Diesen Ausbau wollen wir konsequent fortsetzen.
Allein für das Haushaltsjahr 2026 stellt das Land über 6 Milliarden Euro für frühkindliche Bildung bereit – so viel wie nie zuvor. Zusätzlich kommen:
- 200 Mio. Euro als freiwillige Landesmittel ab dem Kita-Jahr 2026/27
- Ab 2027 jährlich weitere 200 Mio. Euro zur Erhöhung der Grundfinanzierung
- 1,5 Milliarden Euro für Investitionen außerhalb des KiBiz in den kommenden Jahren
- 50 Mio. Euro jährlich für eine Personaloffensive
Diese Mittel schaffen Planungssicherheit und ermöglichen es den Trägern, zusätzliche Plätze zu schaffen und den Betrieb zu stabilisieren.
2. Mehr Stabilität: Kitas sollen geöffnet bleiben
Ein zentraler Schwerpunkt ist die Verlässlichkeit. Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass die Einrichtung auch wirklich geöffnet hat.
Durch neue Möglichkeiten zur Festlegung von Kern- und Randzeiten können Träger ihr Personal flexibler einsetzen und Schließzeiten reduzieren – ohne dass dies für Eltern zu Nachteilen führt. Die Finanzierung der Kernzeit bleibt vollständig erhalten.
3. Ausbau und Qualifizierung des Personals
Ohne ausreichend gut qualifiziertes Personal gibt es keine zusätzlichen Kita-Plätze. Deshalb stärken wir die Ausbildung:
- Integration der praxisintegrierten Kinderpflege-Ausbildung ins KiBiz
- Stärkere Förderung der praxisintegrierten Erzieherausbildung
- 1 Mio. Euro für Qualifizierung von Kindertagespflegepersonen
- Dauerhafte Verankerung des Kita-Helfer-Programms
Diese Maßnahmen sollen den Beruf attraktiver machen und den Fachkräftemangel langfristig entschärfen.
4. Flexible Lösungen bei wachsendem Bedarf
Wenn in einer Kommune kurzfristig ein besonders hoher Bedarf entsteht – etwa durch Zuzug – ermöglicht die Reform zeitlich befristete Überschreitungen der Gruppengrößen. So kann schnell reagiert werden, bis neue Plätze geschaffen sind. Diese Ausnahmen sind klar begrenzt und an Qualitätsauflagen gebunden.
5. Gezielte Förderung in schwierigen Sozialräumen
Mit den neuen Chancen-Kitas unterstützen wir Einrichtungen in herausfordernden Lagen besonders stark. Das trägt dazu bei, dass alle Kinder – unabhängig von Herkunft oder sozialem Umfeld – gute Startchancen erhalten und die Angebote auch dort gesichert werden, wo der Bedarf groß ist.
Wir sorgen dafür, dass genügend Kita-Plätze entstehen und verlässlich angeboten werden – durch Rekordinvestitionen, Ausbau von Personal, flexible Betreuungsmodelle und eine gezielte Unterstützung der Einrichtungen vor Ort. Ziel ist klar: Jedes Kind soll einen guten und sicheren Betreuungsplatz erhalten.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.
Für Rückfragen und weitere Informationen stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Jörg Blöming MdL
