Frage an Jürgen Mistol bezüglich Arbeit und Beschäftigung

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Jürgen Mistol
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Frage an Jürgen Mistol von Friedrich L. bezüglich Arbeit und Beschäftigung

Ich bin Polizeibeamter, war 27 Jahre im Wechselschichtdienst tätig. Als "Dankeschön" hat unser ehemaliger Ministerpräsident für den Öffentl. Dienst in Bayern die 42-Stundenwoche eingeführt, was erwiesenermaßen noch mehr gesundheitsschädlich ist. Bereits in den 60´er/70´er Jahren wurde durch unabhängige, von der Regierung beauftragte Gutachter festgestellt, dass der Wechselschichtdienst der Polizei der gesundheitsschädlichste aller Schichtdienstarten ist. Dafür wurden in den Folgejahren, nach langen "Arbeitskämpfen" der Berufsvertretungen, Ausgleichsmaßnahmen -wie Sonderurlaubstage, Arbeitszeitausgleich etc. - geschaffen, welche zwischenzeitlich aber bereits wieder ganz oder teilweise abgeschafft wurden. Bei der 40-Stunden-Wochenregelung (welche ebenfalls nicht in anderen Berufen "selbstverständlich" ist) hatte der Schichtdienstleistende wenigstens die Möglichkeit durch Abbau der "natürlich" anfallenden Überstunden zusätzliche freie Tage zu nehmen und so sich einigermaßen zu regenerieren. Mit der 42-Stunden-Wochen-Regelung sieht es nun so aus, dass der Schichtdienstleistende nun 9 oder 10 Monate im Jahr zusätzlich Dienst leisten muss, um überhaupt die sog. Sollstunden zu erreichen. D.h. i.d.R. wird dies der 2. Tag nach dem Nachtdienst sein, der nur zur Regeneration gedacht war und ist. Somit bleiben zunehmende Gesundheitsschädigungen nicht aus. Und was hört man von Seiten der Politik und auch unserer Berufsvertretungen? - Nichts. Die überwiegende Zahl meiner Kollegen will diese gesundheitsschädliche Politik nicht mehr unterstützen, wenn man sie fragt. Hier können mit Sicherheit Stimmen von Politikern gewonnen werden, die eindeutig zur Rückkehr zumindest der 40-Stunden-Woche im öffentlichen Dienst in Bayern eintreten. Wie stehen Sie dazu?

Frage von Friedrich L. am
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Grüß Gott Herr Linner,

als Krankenpfleger habe ich jahrelang selbst in Wechselschicht gearbeitet. Insofern kann ich Ihre Schilderung gut nachvollziehen. Gerade für ältere Beschäftigte ist die Arbeit in Wechselschicht kräftezehrend. Die Einführung der 42-Stunden-Woche macht meines Erachtens aber auch volkswirtschaftlich keinen Sinn. Solange Menschen ohne Arbeit sind, sind wir gefordert, die vorhandene Arbeit gerecht zu verteilen.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Mistol

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