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Warum setzt die Politik auf teures Bio-Gas, statt Wärmepumpen mehr zu fördern, Vermieter gehen den einfachen Weg und wir Mieter zahlen höhere Heizkosten und wo bleibt bitte der Klimaschutz?

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Kerstin Schreyer
CSU
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Frage von Reiner L. •

Warum setzt die Politik auf teures Bio-Gas, statt Wärmepumpen mehr zu fördern, Vermieter gehen den einfachen Weg und wir Mieter zahlen höhere Heizkosten und wo bleibt bitte der Klimaschutz?

Ich bin Mieter und heize mit Gas. Natürlich weiß ich, dass wir aus Klimagründen etwas ändern müssen. Aber ich habe große Sorgen, dass am Ende wieder ich die Rechnung zahle.
Jetzt wird viel über die Beimischung von Bio-Gas wie Biomethan oder Bioethanol gesprochen. Klingt erstmal nach einer einfachen Lösung: Die Gasheizung bleibt, nur „grüner“. Aber Bio-Gas ist knapp und teurer. Und wenn mein Vermieter sich für diesen bequemen Weg entscheidet, weil er nichts umbauen muss, landen die höheren Brennstoffkosten direkt in meiner Nebenkostenabrechnung.
Ich frage mich deshalb: Warum setzt die Politik nicht klarer und mehr auf die Wärmepumpe.Maria Furtwängler: „Wann ist das eigentlich passiert, dass Sorge um unsere Lebensgrundlagen plötzlich als politisch-ideologisch gilt? Für mich ist es eine der größten Sünden konservativer Parteien, dieses Narrativ von rechts außen übernommen zu haben. Damit haben sie sich vom eigentlichen Kern des Konservativen verabschiedet: dem Erhaltenden.“

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Antwort von CSU

Sehr geehrter Herr L. 

vielen Dank für Ihre Nachricht, in der Sie formulieren, dass das neue Gebäudemodernisierungsgesetz Bio-Gas statt Wärmepumpen fördern würde und es damit zu erheblichen Belastungen für Mieter kommen könnte. 

Grundsätzlich möchte ich betonen, dass durch das neue Gebäudemodernisierungsgesetz die strengen Vorgaben zur Nutzung von mindestens 65 Prozent Erneuerbaren Energien beim Heizen entfallen, genauso wie Betriebsverbote bestimmter Heizungen. Ziel des Gesetzes ist, dass neue Heizungen in Zukunft überwiegend Co2-frei betrieben werden. Wir vertrauen aber darauf, dass die Bürger die für sie richtige Heizungsart wählen. Sie wissen am besten, was in ihren Heizungskeller passt. Es gibt viele verschiedene Gebäudetypen – wir ermöglichen maßgeschneiderte Lösungen. Wer weiterhin mit fossilen Brennstoffen heizen möchte, muss allerdings nach und nach den Anteil an grünem Öl bzw. Gas erhöhen und so zum Klimaschutz beitragen.

Eigentümer, die ihre Heizung austauschen müssen oder wollen, können selbst entscheiden, welche Heizung es werden soll. Sie können aus einem Katalog von Optionen wählen: Wärmepumpen, Hybridmodelle, Biomasse, Gas- oder Ölheizung sind möglich. Wer eine neue Öl- oder Gasheizung einbaut, muss beachten, dass er nach und nach den Anteil an grünem Öl oder Gas erhöhen muss. Im Gesetz ist von der sogenannten Biotreppe die Rede: Der Anteil an klimafreundlichem Gas oder Öl wird stufenweise erhöht. Ab 2029 wird mit einem Anteil von 10 Prozent begonnen. Den weiteren Anstieg bis 2040 legt das Gesetz in drei Schritten fest.

Darüber hinaus ist geplant, eine Regelung einzuführen, die Mieter vor überhöhten Nebenkosten durch den Neueinbau unwirtschaftlicher Heizungen schützt. Die genaue Ausgestaltung ist aber noch nicht veröffentlicht.

Viele Grüße 

Kerstin Schreyer

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