Ist Ihnen bekannt, dass das "GKV-Stabilisierungsgesetz"von Frau Warken die finanzielle Lage von psychotherapeutischen Praxen erheblich verschlechtern wird?
Sehr geehrter Herr Willsch.
Mit großer Sorge betrachtet meine Berufsgruppe der psychologischen Psychotherapeutinnen und -therapeuten das geplante "Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung".
Vor allem für psychotherapeutische Praxen bedeuten die bisherigen Inhalte der Gesetzesvorlage eine deutliche finanzielle Verschlechterung, die letztlich zu einer noch schlechteren ambulanten psychotherapeutischen Versorgung führen wird.
Bitte überprüfen Sie im Gesetzesentwurf insbesondere die
- Einführung einer Deckelung psychotherapeutischer Leistungen
- Streichung von Zuschlägen für Kurzzeitpsychotherapie
- Koppelung der Honorierung an die Grundlohnrate
Diese Veränderungen sind besonders negativ und verursachen letztlich für die Gesellschaft langfristig wieder Mehrkosten.
Weitere Informationen:
https://www.dgvt.de/aktuelles/news-details/effizienz-ermoeglichen-statt-versorgung-deckeln/
MfG, Jonas N.
Sehr geehrter Herr N.,
zuerst einmal vielen Dank für Ihre Nachricht. Bevor ich auf Ihr Anliegen eingehe, gestatten Sie mir einen kurzen Hinweis: Als direkt gewählter Abgeordneter für den Wahlkreis Rheingau-Taunus – Limburg (177) ist es mir ein wichtiges Anliegen, regelmäßig mit den Bürgern in Kontakt zu treten und für den persönlichen Austausch zur Verfügung zu stehen. Wenn Sie also mit einem Anliegen an mich herantreten wollen, können Sie jederzeit den direkten Kontakt suchen, digital per E-Mail oder persönlich auf einer der zahlreichen Veranstaltungen im Wahlkreis. Es ist nicht erforderlich, über sogenannte „Abgeordnetenwächter“ oder ähnliche Plattformen zu gehen, die sich als Mittler aufspielen, tatsächlich aber nicht selten als eine Art Abgeordnetenpranger fungieren. Der direkte Weg ist immer der bessere. Der für Ihren Wahlkreis auf der anderen Rheinseite zuständige Abgeordnete ist übrigens Jan Metzler.
Zu Ihrem Anliegen: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken arbeitet an der Herausforderung, eine Finanzlücke von mindestens 15 Milliarden Euro schließen zu müssen, um das GKV-System und die Beiträge zu stabilisieren. Den Ansatz, dass alle ihren Teil beitragen müssen, statt die Kosten auf einzelnen Akteuren abzuladen, halte ich für richtig. Gleichwohl sehe ich, wie tief die Einschnitte – auch für Psychotherapeuten – sind, weswegen für eine verlässliche Gesundheitsversorgung und ein nachhaltig finanziertes und gut aufgestelltes Gesundheitssystem ergänzend und perspektivisch auch dringend notwendige Strukturreformen umgesetzt werden müssen.
Falls Sie an einem Austausch interessiert sind, können Sie mich oder Ihren zuständigen Wahlkreisabgeordneten bei künftigen Anliegen direkt kontaktieren, ohne dass es der Aufsicht selbsternannter Hobby-Kontrolleure bedarf.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus-Peter Willsch MdB