Anlässig des "Vatertags" erfrage ich welchen Fokus denn die aktuelle Regierung auf eine moderne Familienpolitik legt?
Sehr geehrter Herr Henrichmann,
mich beschäftigt zunehmend die Familienpolitik und der Gestaltungsspielraum junger Familien in Deutschland, welches nach wie vor eine strukturelle Benachteiligung von Müttern verursacht. Gleichberechtigte Care-Arbeit ist nach wie vor nicht ernsthaft umzusetzen bei heutigen Einkommensverhältnissen von Familien. Ein Kommentar der TAZ fasst grundlegende Punkte zusammen (https://taz.de/Ungerechtigkeit-in-der-Elternschaft/!6006168/):
- Ungleiche Care-Arbeit, trotz vorhandenem Willen moderner Väter
- Armutsgefahr bei Alleinerziehenden
- Massive Lohn- und Rentenlücke bei Mutterschaft
- Finanzielle Abhängigkeiten
- Finanzielle Planung einer Familie verwehrt ein gleichberechtigtes Care-Arbeitsmodell
Mich interessiert Ihre persönliche Position, und wie Sie sich einsetzen um genannte Misstände aus dem Weg zu schaffen. Was sind Ihre konkreten Vorschläge für eine moderne Familienpolitik?
Sehr geehrter Herr R.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Sie sprechen wichtige familiäre Themenbereiche an, die auch aus meiner persönlichen Sicht noch einiger Anpassungen bedürfen.
Das sehen auch die Regierungsparteien ähnlich. Denn bereits im Koalitionsvertrag wurden einige Punkte vereinbart, um hier eine Angleichung zwischen Mütter und Väter zu erzielen sowie weitere Verbesserungen auf den Weg zu bringen.
So wurde festgehalten, dass beispielsweise das Elterngeld weiterentwickelt wird, indem mehr Anreize für mehr Partnerschaftlichkeit, insbesondere mehr Väterbeteiligung in alleiniger Verantwortung gesetzt werden. Geplant sind u. a. erhöhte Lohnersatzraten und veränderte Anzahl und Aufteilung der Bezugsmonate des Elterngeldes, eine gerechtere Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit, spürbare Anhebung von Einkommensgrenzen sowie den Mindest- und Höchstbetrag.
Frauen und Männer sollen nicht nur gleichberechtigt und respektvoll miteinander leben können, im Beruf, in der Familie und in der Politik. Auch der Wunsch eines gleichen Lohnes für gleiche Arbeit für Frauen und Männer wird in den Fokus gerückt. Gleichzeitig sollen strukturelle Benachteiligungen für Frauen im Alltag beseitigt und eine fairere Verteilung von unbezahlter Arbeit, wie Kinderbetreuung und Pflege erfolgen. Geplant ist darüber hinaus ein übergreifendes digitales Portal für alle in Frage kommenden Familienleistungen.
Sie fragen nach meiner persönlichen Position. All diese Vorhaben halte ich für angebracht und Schritte in die richtige Richtung. Allerdings bin ich als Innenpolitiker zunächst nicht an den Vorbereitungen und Vorberatungen beteiligt. Insoweit sind zunächst die Expertisen und Vorschläge der Fachleute sowie Ausarbeitungen entsprechender Entwürfe abzuwarten.
Sollten Sie Rückfragen oder Anmerkungen haben, können Sie mich jederzeit auch unter marc.henrichmann@bundestag.de erreichen.
Mit freundlichen Grüßen
Marc Henrichmann
