Was tun Sie gegen Sie für die Erntehelfer in Italien und Spanien aus dem außereuropäischen Ausland?
Sehr geehrter Herr Ferber,
erneut sind Erntehelfer in Italien zu Tode gekommen! Diesmal sind vier von Ihnen brutal ermordet worden. Es ging hier um vorenthaltene Löhne. Die Arbeits-, Unterbringungs- und Lohnbedingungen sind seit vielen Jahren skandalös!
Befürworten Sie diese Arbeitsbedingungen?
Halten Sie die für gesetzeswidrig?
Stimmen diese mit ihrem Menschenbild überein?
Verstoßen EU-Länder selbst in ihren Ländern gegen das Lieferkettengesetz?
Hängt das mangelnde Handeln innerhalb der EU und ihrer Mitgliedstasten zusammen mit den davon profitierenden Superreichen (in Deutschland Aldi-Erben, Herr Schwarz) und ihrem exklusiven Einfluss auf die Politik?
Viele Grüße
W. M.
Sehr geehrter Herr M.
haben Sie vielen Dank für Ihre Frage hier auf Abgeordnetenwatch. Die von Ihnen geschilderten Vorfälle und der gewaltsame Tod der Erntehelfer in Italien sind eine schreckliche Tragödie und schockieren mich zutiefst.
Ich möchte es gerne in aller Deutlichkeit sagen: Mord, Ausbeutung und unschuldige Menschen, um ihren verdienten Lohn zu bringen, sind gesetzeswidrig. Solche Zustände widersprechen fundamental dem christlichen Menschenbild und den Grundwerten der Europäischen Union.
Die EU und ihre Mitgliedstaaten haben bei diesen fundamentalen Rechtsverstößen bereits strenge strafrechtliche Regelungen. Für die Durchsetzung dieser Gesetze, die Kontrolle von Arbeitsbedingungen sowie die strafrechtliche Verfolgung von Verbrechen vor Ort sind jedoch die nationalen Behörden und die Justiz der jeweiligen Mitgliedstaaten zuständig. In diesem Fall ist also Italien für die lückenlose Aufklärung dieses Falls zuständig.
Den Vorwurf, das Handeln der Politik würde durch den Einfluss einzelner Großunternehmer blockiert, weise ich entschieden zurück. Wo Gesetze kriminell unterlaufen werden, ist dies kein Versagen der Gesetzgebung, sondern ein Fall für die Strafverfolgungsbehörden. Ich zähle auf die italienischen Behörden, dass sie diesen Vorfall entschieden aufklären.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Markus Ferber, MdEP
