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Warum werden Patienten von Praxen zur Digitallisierung gezwungen?

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Matthias Mieves
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Frage von Katharina S. •

Warum werden Patienten von Praxen zur Digitallisierung gezwungen?

Sehr geehrter Herr Abgeortneter Mieves,

für medizinische Institutionen, unabhängig davon ob ambulant oder stationär ist die Digitalisierung, bedauerlicherweise unter der Außnahme der Kommunikation verbindlich für Patienten 100% freiwillig.

Jetzt habe ich es 3x erlebt das Praxen den Anspruch der Aufwandsendschädigung (der erst ab der 2. Kopie gilt) als Druckmittel nutzen u. mich vor die Wahl stellten:

- unentgeldlich und digital (ePA/Portal) oder

- kostenpflichtig und analog (Papier/CD)

Kürzlich hatte ich einen MRT Termin u wollte die Bilder auf CD weil ich die Digitalen Anwendung nicht nutzen möchte u für QR-CODE benötigt man Internet was nicht jeder hat oder man bekommt die Datei nicht auf da es ein falsches Format ist. Für Epilepsie Patienten ist es zudem gesünder sich das auf einen großen Bildschirm anzusehen da Flickerlicht Anfällte triggert was durch das kleine Handydisplay noch verstärkt wird. Die Praxis sah die CD als Sonderleistung und wollte sie mir für 10,- verkaufen.

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Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau S.,

vielen Dank für Ihre Nachricht. 

Digitalisierung lässt sich realistisch nicht mehr aufhalten – und ich begrüße sie grundsätzlich auch, weil die Chancen eines digitalen Gesundheitswesens aus meiner Sicht größer sind als die Risiken. Das heißt aber ausdrücklich nicht, dass Menschen ohne Internetzugang, ohne passende Geräte oder mit gesundheitlichen Einschränkungen faktisch ausgeschlossen oder unter Druck gesetzt werden dürfen.

Patientinnen und Patienten sollten nicht vor die Wahl gestellt werden: kostenlos digital oder kostenpflichtig analog. Digitalisierung muss entlasten und Versorgung verbessern – nicht neue Hürden schaffen.

Als Bundestagsabgeordneter habe ich, wie Sie sicher wissen, keine Durchgriffsrechte gegenüber einzelnen Praxen. Mein praktischer Rat wäre daher, sich zunächst an Ihre Krankenkasse zu wenden. Falls das nicht weiterhilft, können auch die Kassenärztliche Vereinigung oder juristischer Beistand sinnvolle nächste Schritte sein.

Herzliche Grüße
Matthias Mieves

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