Was halten Sie von der möglicherweise bevorstehenden Abschaffung des IFG?
Sehr geehrte Frau K.,
vielen Dank für Ihre wertvolle Frage zum Informationsfreiheitsgesetz. Persönlich bin ich bestürzt über das von den Regierungskoalitionen von Union und SPD angekündigte Reformpaket. Es wird die Informationsfreiheit massiv einschränken und das Recht auf Herausgabe von Informationen durch Behörden weitgehend abschaffen. Selbst begründen sie die Einschränkungen aufgrund der augenblicklichen sicherheitspolitischen Situation. Dieser Grund ist jedoch nur eine Ausrede, denn die Herausgabe von Informationen können abgelehnt werden, wenn die innere oder äußere Sicherheit gefährdet wird.
Vor rund 20 Jahren wurde das Informationsfreiheitsgesetz als eine wichtige bürgerrechtliche Errungenschaft von der Rot-Grünen Bundesregierung unter Gerhardt Schröder eingefügt. So konnten regelrechte Skandale aufgrund des öffentlichen Zugangs zu den Akten und Unterlagen aufgedeckt werden, wie beispielsweise die Lobbyismus-Affäre von Philipp Amthor rund um das IT-Unternehmen „Augustus Intelligence“.
Meine Fraktion und ich setzen uns für eine Weiterentwicklung des Informationsfreiheitsgesetzes zu einem echten Bundestransparenzgesetz ein, mit einem Recht auf Open Data, sodass Behörden proaktiv Informationen frei zugänglich machen können. Unsere Vorschläge der letzten Legislaturperiode konnten nur leider aufgrund der vorgezogenen Wahlen nicht abgeschlossen werden. Wir kämpfen für mehr Transparenz, um Vertrauen in den Staat zu schaffen.
Eine Einschränkung des Gesetzes lehnen wir jedoch kategorisch ab. Anstatt einer Staatsmodernisierung anzugehen und die Transparenz staatlichen Handelns zu verbessern, erleben wir einen weiteren Angriff auf die Zivilgesellschaft und einen Angriff auf die mühsam erkämpften Transparenzgesetzen.
Das Einführen eines „berechtigten Interesses“, die Anpassung der Gebühren an das „Kostendeckungsprinzip“ und, dass nur noch natürliche Personen Anfragen stellen können, sind die schädlichsten Einschränkungen der Informationsfreiheit. Diese Einschränkungen beschneiden die freiheitliche Demokratie. Die von der Bundesregierung geplante Reform des Informationsfreiheitsgesetzes lehne ich ab.
Mit freundlichen Grüßen
Max Lucks
