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Setzen Sie sich für eine differenzierte Besteuerung von Zigarretten und Zigarren ein?

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Mehrdad Mostofizadeh
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Frage von Bernhard B. •

Setzen Sie sich für eine differenzierte Besteuerung von Zigarretten und Zigarren ein?

Zigarrenraucher rauchen natürlichen Tabak gegenüber Zigarrettenrauchern mit chem. aufbereitetem Tabak.

Zigarrenraucher pflegen ein altes Brauchtum.

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrter Herr B.,

 

vielen Dank für Ihre Anfrage.

 

Ich teile die Auffassung nicht, dass aus der Verwendung von Naturtabak oder aus der Tradition des Zigarrenrauchens eine steuerliche Sonderstellung abgeleitet werden sollte.

 

Zwar werden Zigarren in der Regel aus fermentierten Tabakblättern hergestellt und von vielen Konsumenten als Teil einer langjährigen Genuss- und Brauchtumskultur verstanden. Der kulturelle oder traditionelle Charakter eines Konsumprodukts ändert jedoch nichts an dessen gesundheitlichen Auswirkungen.

 

Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft enthält Zigarrenrauch ebenso wie Zigarettenrauch zahlreiche krebserregende und giftige Stoffe. Das US National Cancer Institute weist darauf hin, dass Zigarrenrauch hohe Konzentrationen von Nitrosaminen, Teer und weiteren Schadstoffen enthält und teilweise sogar höhere Mengen bestimmter toxischer Stoffe als Zigarettenrauch aufweisen kann.

 

Zudem erhöht regelmäßiger Zigarrenkonsum nachweislich das Risiko für Krebs der Mundhöhle, des Rachens, des Kehlkopfs, der Speiseröhre und der Lunge sowie für Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. Diese Risiken bestehen auch dann, wenn der Rauch nicht tief inhaliert wird.

 

Auch die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) betonen, dass Zigarrenrauch dieselben krebserzeugenden Stoffe enthält wie Zigarettenrauch und dass der Konsum von Zigarren keine sichere Alternative zum Zigarettenrauchen darstellt.

 

Aus gesundheitspolitischer Sicht sehe ich daher keinen überzeugenden Grund, Zigarren allein aufgrund ihrer traditionellen Herstellung oder ihrer kulturellen Bedeutung steuerlich zu privilegieren. Traditionen verdienen Respekt, sie können jedoch kein Maßstab für die Bewertung gesundheitlicher Risiken sein. Entscheidend ist, dass Tabakprodukte unabhängig von ihrer Konsumform erhebliche Gesundheitsgefahren verursachen und die daraus entstehenden gesellschaftlichen Folgekosten mitverursachen. Daher halte ich eine besondere steuerliche Begünstigung von Zigarren gegenüber Zigaretten nicht für gerechtfertigt. 

 

Zudem soll die Besteuerung dazu beitragen, Investitionen in Prävention und Gesundheitsförderung zu finanzieren. 

 

Für mich steht nicht die Frage im Vordergrund, welches Tabakprodukt „gesünder“ ist, sondern wie wir Gesundheitsschutz wirksam fördern können. Beide Produkte sind gesundheitsschädlich und sollten nicht verharmlost werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Mehrdad Mostofizadeh

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