Zur Frage: Wie kann es sein, dass Lungenkrebs-Screening seit 01.04.26 für starke Raucher*innen kostenlos ist, aber nun das Hautkrebs-Screening für alle gesetzl. Versicherten kostenpflichtig werden soll?
Hallo Herr Schrodi, ich hoffe es geht Ihnen gut. Ich habe eine Frage zur Krebsvorsorge.
Vorab möchte ich Sie aber darauf hinweisen, dass Ihre Antwortrate hier auf der Plattform nur bei 29% liegt. Ihre Wahlkreiskollegin Frau Staffler liegt Stand heute (26.04.26) bei 100%. Ich bin weder SPD- noch Unions-Wähler, doch trotzdem würde ich mir gerade von Ihnen & Ihrer Partei wesentlich mehr Bürgernähe erwarten...
Zur Frage: Wie kann es sein, dass Lungenkrebs-Screening seit 01.04.26 für starke Raucher*innen kostenlos ist, aber nun das Hautkrebs-Screening für alle gesetzl. Versicherten kostenpflichtig werden soll? So bekommt jemand, der sich gesund verhält und draußen Sport treibt oder draußen arbeitet, quasi noch eine Strafe, und andere, die absichtlich & bewusst ihre Gesundheit schädigen, bekommen noch einen Bonus!
Dabei gäbe es diverse andere Möglichkeiten, im Gesundheitswesen zu sparen, v.a. bei den unsäglichen Milliardenprofiten der Pharmakonzerne!
Ich erwarte von Ihnen und allen anderen SPD-Abgeordneten, dafür zu sorgen, dass Hautkrebsvorsorge kostenlos bleibt!
MfG
Sehr geehrter Herr L.,
das Hautkrebs-Screening soll nicht abgeschafft werden, es steht aktuell dafür auch keine Kostenpflicht im Raum. Es soll aber überprüft werden, ob eine nicht-risikobasierte Untersuchung flächendeckend sinnvoll ist. Bekanntlich können Versicherte ab 35 Jahren eine Früherkennungsuntersuchung durchführen lassen. Nur in Deutschland gibt es solch ein flächendeckendes, nicht-risikobasiertes Screening. In dem am 10. Juli vom Bundestag verabschiedeten GKV-Gesetz heißt es nun, dass aus den vorliegenden Studien keine klaren Hinweise hervorgehen, wonach es durch diese Screenings zu einer Senkung der Mortalität durch Hautkrebs gekommen ist. Der gemeinsame Bundesausschuss wird daher beauftragt, die Vorgaben für ein Hautkrebsscreening zu überprüfen und eine Umstellung auf ein risikobasiertes Screening zu berücksichtigen. Ende 2027 soll ein Änderungsbeschluss gefasst werden.
Die aktuellen Kriterien für ein Lungenkrebs-Screening sind hingegen stark risikobasiert und gelten lediglich für aktive, langjährige Raucher zwischen 50 und 75 Jahren.
Mit freundlichen Grüßen,
Michael Schrodi
