Wie ist es mit der Verkehrswende vereinbar, dass ÖPNV-Tarife im Gebiet des heutigen VRR massiv steigen? Wie wollen Sie E-PKW-Besitzer dazu bringen, sich so teure Ticktes zu kaufen? Verkehrswende ade?
https://rp-online.de/nrw/staedte/wermelskirchen/bergisches-land-koeln-rheinlandtarif-statt-vrs-tickets_aid-148682147
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https://rp-online.de/nrw/staedte/wermelskirchen/kommentar-wermelskirchen-einfuehrung-rheinlandtarif_aid-148735319
Die Kurzstrecke soll 2028 entfallen +25% bis 89%
Fahrten in die direkte Nachbarstadt +36%
Nur weite Fahrten werden günstiger, aber diese werden seltener unternommen.
Recherche: Kosten für 2 x 50 km:
PKW (klein Mitte Groß): 12/16/20 Euro
E-PKW: 4,5-8 E
ÖPNV 1 Person 21 E
ÖPNV 5 P. 55,6 E, 9 Personen vom PKW 111,2 E
Welcher Autofahrer ist da bereit noch Tickets zu kaufen?
Wäre Fahrpreisfrei die Lösung?
Leserbrief mit Vorschlägen: www.stadtnetz-radevormwald.de/article80371-2075.html
Ist ihre Partei in den Entscheidungsgremien und gab es von Ihnen Protest gegen diese massive Preiserhöhung, die dafür sorgt dass die Straßen noch voller werden und Rentner noch mehr knappsen müssen? Wäre fahrpreisfrei wie in Luxemburg eine Lösung?
Gab es Bürgerbeteiligung?
Guten Tag Felix S.,
Vielen Dank für ihre Frage. Für die Tarifgestaltung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) ist nicht der Deutsche Bundestag, sondern der Verwaltungsrat des VRR zuständig. Die dort entsendeten Mitglieder meiner Partei sind in der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in der Verbandsversammlung des Zweckverbandes VRR organisiert.
Ihre Nachricht bezieht sich auf die sogenannte „VRR-Tarifreform Stufe 2“, welche im vergangenen Herbst (15.09.2025 im Ausschuss für Tarif und Marketing, 25.09.2025 im Verwaltungsrat der VRR AöR) behandelt und beschlossen wurde.
Während der Ausschusssitzung am 15.09.2025 wurde seitens von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN deutliche Kritik an der geplanten Abschaffung des 2-Waben-Tarifs geäußert und gefordert, die Fahrten in Nachbarstädte mit Tickets der Preisstufe A zu ermöglichen.
Im Endresultat haben die Vertreter*innen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Ausschuss (Vorschläge wurden getrennt voneinander abgestimmt) mit „Nein“ gestimmt. Die später im Verwaltungsrat im Gesamtpaket abgestufte Reform wurde allerdings mitgetragen.
Sämtliche Protokolle und Unterlagen sind auch unter https://zvis.vrr.de/ öffentlich abrufbar. Weitere Rückfragen richten Sie am besten direkt an die zuständigen Fraktionsmitglieder.
Zu Ihren weiteren Fragen:
Zur „Tarifreform Stufe 2“ gab es keine direkte Bürger*innenbeteiligung, der VRR stellt allerdings mit der Online-Plattform „Einsteigen und mitreden“ seit längerem eine Möglichkeit zum direkten Austausch über die Themen des VRR zur Verfügung. (https://www.vrr.de/einsteigen-und-mitreden/)
Grundsätzlich müssen die Verkehrsverbünde durch die Einführung des Deutschlandtickets und die dadurch veränderte Finanzierungsstruktur auch ihre Tarife anpassen. Mit eezy.nrw war und ist das Land Nordrhein-Westfalen Vorreiter bei verbundübergreifenden, luftlinienbasierten ÖPNV-Tarifen. Diese stellen in meinen Augen ein sinnvolles Angebot für Gelegenheitsnutzer*innen dar und beinhalten bereits sinnvolle Mechanismen wie die Preisbremse, sobald der Preis für die Fahrten innerhalb eines Monats den Wert des Deutschlandtickets überschreitet. Ich rechne damit, dass Systeme wie eezy.nrw in Zeiten eines bundesweiten ÖPNV-Tickets konstant nutzer*innenfreundlich weiterentwickelt werden.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Für das Deutschlandticket ist es hilfreich, wenn auch Gelegenheitsnutzer*innen ein Deutschlandticket besitzen und die hieraus resultierende Verlässlichkeit in der Finanzierung einen niedrigeren Abopreis ermöglicht.
Freundliche Grüße,
Nyke Slawik MdB
