Was tun Sie konkret für Familien mit Kindern – gegen Kürzungen wie beim Elterngeld und für bessere Bildung? Kinder sind Deutschlands wichtigste Zukunftsressource.
Sehr geehrte Frau Klein,
Familien mit Kindern fehlt eine starke Lobby – dabei sind Kinder die Zukunft eines rohstoffarmen Landes.
Beim Elterngeld soll weiter gekürzt werden, obwohl es seit fast 20 Jahren nicht an die Inflation angepasst wurde. Die Geburtenrate ist auf dem niedrigsten Stand seit 1946. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland beim Kindeswohl auf Platz 25 von 37 – bei schulischen Kompetenzen sogar noch schlechter.
Wie stehen Sie zu den Kürzungsplänen, und welche konkreten Maßnahmen setzen Sie für Familien, Kinder und Bildung ein?
Mit freundlichen Grüßen
Lisa D.
Sehr geehrte Frau D.,
vielen Dank für Ihre Nachricht. Kinder und Familien sind das Fundament unserer Gesellschaft. Deshalb nehmen wir die Herausforderungen, die Sie ansprechen – von der demografischen Entwicklung über Bildungsdefizite bis hin zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf – sehr ernst und setzen gezielt auf Maßnahmen, die Familien nachhaltig stärken und Zukunftschancen verbessern.
Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage und der notwendigen Konsolidierung des Bundeshaushalts investieren wir gezielt dort, wo es langfristig den größten Unterschied macht: in Familien, Bildung und Chancengerechtigkeit.
Ein wichtiger Baustein ist die Weiterentwicklung des Elterngeldes. Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, wollen wir die partnerschaftliche Aufgabenteilung in Familien stärken und insbesondere Anreize für eine stärkere Beteiligung von Vätern schaffen. Der aktuelle Gesetzentwurf sieht deshalb vor, das Elterngeld so weiterzuentwickeln, dass Partnerschaftlichkeit stärker gefördert wird – etwa durch eine neue Aufteilung der Bezugsmonate. Unser Ziel ist, dass beide Elternteile Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren können und Verantwortung von Anfang an gemeinsam übernehmen. Der Mindest- und Höchstbetrag des Elterngeldes wird erhöht.
Daneben entlasten wir Familien auch finanziell. Mit der vereinbarten Steuerreform erhöhen wir den Grundfreibetrag und den Kinderfreibetrag, steigern das Kindergeld und heben den Arbeitnehmer-Pauschbetrag an. Der Schwerpunkt liegt bewusst auf kleinen und mittleren Einkommen. Insgesamt umfasst die Reform ein Entlastungsvolumen von rund 10 Milliarden Euro pro Jahr.
Darüber hinaus setzen wir auf weitere konkrete Maßnahmen:
- Weniger Bürokratie: Familienleistungen sollen einfacher und digital beantragt werden. Das Kindergeld wird künftig automatisch ausgezahlt und Antragsverfahren werden deutlich vereinfacht.
- Mehr Bildungsgerechtigkeit: Das Startchancen-Programm ist für zehn Jahre abgesichert. Der Bund stellt dafür jährlich eine Milliarde Euro zusätzlich bereit, um insbesondere Schulen in herausfordernden Lagen zu stärken. Zudem stärken wir die Sprachkompetenzen ab der Kita.
- Investitionen in Kitas: Die Länder können 4 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für den Ausbau der Kindertagesbetreuung einsetzen. Über das Kita-Qualitätsgesetz stellt der Bund zusätzlich rund 2 Milliarden Euro jährlich bereit. Gleichzeitig entwickeln wir die Sprachförderung und die Qualität der frühkindlichen Bildung weiter.
- Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Mit dem schrittweisen Ausbau der Ganztagsbetreuung schaffen wir verlässliche Betreuungsangebote. Der Bund unterstützt die Kommunen hierfür mit 3,5 Milliarden Euro.
- Stärkung der gesellschaftlichen Teilhabe: Programme wie „JUGEND.macht.KULTUR“ fördern kulturelle Bildung, demokratische Kompetenzen und gesellschaftlichen Zusammenhalt bereits im Kindes- und Jugendalter.
Unser Ziel ist es, Familien nicht nur kurzfristig zu entlasten, sondern ihnen dauerhaft bessere Chancen zu eröffnen. Dazu gehören gute Bildung, verlässliche Betreuung, eine faire Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit sowie spürbare finanzielle Entlastungen. Denn starke Familien sind die Grundlage für eine starke Gesellschaft.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Ottilie Klein
