Sind Sie für die Koppelung von Renteneintrittsalter an die Lebenszeit?
In dem neu vorgestellten Reformpapier soll das Rentenalter an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Sind sie für eine Koppelung des Renteneintrittsalters an die erwartete Lebenszeit?
Sehr geehrter Herr K.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre Frage, ob ich eine Koppelung des gesetzlichen Renteneintrittsalters an die steigende Lebenserwartung befürworte.
Die Sicherung einer leistungsfähigen und verlässlichen gesetzlichen Rentenversicherung gehört zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahre. Dabei müssen die Interessen der heutigen Rentnerinnen und Rentner ebenso berücksichtigt werden wie die der jüngeren Generationen, die das System langfristig tragen.
Die CDU setzt sich für eine generationengerechte und langfristig tragfähige Ausgestaltung der Alterssicherung ein. Dabei gilt: Wenn die Menschen im Durchschnitt länger gesund leben und arbeiten können, muss diese Entwicklung bei der Weiterentwicklung des Rentensystems berücksichtigt werden. Deshalb spricht sich die CDU dafür aus, über eine stärkere Berücksichtigung der steigenden Lebenserwartung offen zu diskutieren. Eine starre automatische Koppelung des gesetzlichen Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung greift jedoch zu kurz. Vielmehr sollen flexible Übergänge in den Ruhestand gestärkt, längeres freiwilliges Arbeiten attraktiver gestaltet und die unterschiedlichen Belastungen verschiedener Berufsgruppen angemessen berücksichtigt werden. Ziel ist es, die gesetzliche Rentenversicherung langfristig finanzierbar zu halten und gleichzeitig soziale Gerechtigkeit zu gewährleisten.
Auch ich halte es für richtig, die steigende Lebenserwartung bei der Weiterentwicklung unseres Rentensystems zu berücksichtigen. Gleichzeitig muss jedoch sichergestellt werden, dass Menschen mit körperlich oder psychisch besonders belastenden Berufen nicht benachteiligt werden. Wer jahrzehntelang unter schwierigen Bedingungen gearbeitet hat, muss auch künftig die Möglichkeit haben, einen angemessenen und würdevollen Übergang in den Ruhestand zu gestalten.
Aus meiner Sicht braucht es daher eine ausgewogene und generationengerechte Rentenpolitik. Dazu gehört eine solide Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung, die Stärkung der betrieblichen und privaten Altersvorsorge sowie flexible Übergänge in den Ruhestand, die den individuellen Lebens- und Arbeitsbedingungen Rechnung tragen. Reformen müssen mit Augenmaß erfolgen und sowohl die Belastbarkeit des Rentensystems als auch die Lebensrealität der Menschen berücksichtigen.
Vielen Dank für Ihr Interesse und den Austausch, zu diesem wichtigen Thema.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Hauk MdL
