Warum wird die Zugverbindung SB-LUX nicht mittels privatem Investor geprüft?

Portrait von Petra Berg
Petra Berg
SPD
73 %
19 / 26 Fragen beantwortet
Zum Profil
Frage von Thomas F. •

Warum wird die Zugverbindung SB-LUX nicht mittels privatem Investor geprüft?

Sehr geehrte Frau Berg,

den Medien war zu entnehmen: "Direktverbindung Saarbrücken-Luxemburg liegt auf Eis". Als Gründe werden zu hohe Trassenpreise genannt. Wie Sie wissen, ist das Arbeiten in Luxemburg und Wohnen im Saarland sehr beliebt. Auch international wäre es ein MUSS, von Mannheim kommend Saarbrücken mit Luxemburg mit geeigneten Zügen und nicht nur Regionalexpress zu verbinden. Warum prüfen Sie keine Zusammenarbeit mit privatem Anbieter? Zudem: Warum wird nicht ernsthaft die Verbindung via der Niedtalstrecke geprüft? Umgekehrt scheinen unnötig Gelder für neue Radwegbeschilderungen ausgegeben zu werden, obwohl die Saarradwegbeschilderung einzigartigen Wiedererkennungscharakter hat. Wo setzen Sie die Prioritäten bei Zug und Rad?

Portrait von Petra Berg
Antwort von SPD

Die SB-LUX-Strecke ist wegen ihres hohen Nachfragevolumens und ihrer strategischen Bedeutung staatlich zu sichern. Hohe Investitionskosten, geringe Renditeerwartungen und komplexe grenzüberschreitende Rahmenbedingungen machen ein rein privates Engagement unwirtschaftlich. Nach einer positiven Machbarkeitsstudie arbeitet die CFL an einem Angebot für die beteiligten Aufgabenträger, doch steigende Trassenpreise und das Fehlen einer gesicherten Bundesfinanzierung behindern die weitere Umsetzung.

Warum wird nicht ernsthaft die Verbindung via der Niedtalstrecke geprüft? 

Auf saarländischer Seite verkehrt der SPNV bereits bis zum Grenzbahnhof in Niedaltdorf. Eine grenzüberschreitende Verlängerung bis nach Bouzonville setzt die Bereitschaft des französischen Aufgabenträgers voraus, für den französischen Streckenabschnitt Personenverkehr zu bestellen und die erforderlichen infrastrukturellen Voraussetzungen zu schaffen.

Wo setzen Sie die Prioritäten bei Zug und Rad?

Meine Priorität ist, dass Zug und Rad im Alltag zuverlässig genutzt werden können. Mit dem Zielnetz Saarland entwickeln wir den Schienenverkehr zu einem S-Bahn-Netz mit 20-Minuten-Takt im Verdichtungsraum weiter und treiben die Reaktivierung von Bahnstrecken voran. Damit dieses Angebot langfristig gesichert ist, habe ich mich auf Bundesebene wiederholt für eine grundlegende Trassenpreisreform und eine verlässliche Finanzierung eingesetzt. Beim Radverkehr haben wir 2025 einen neuen Radverkehrsplan vorgelegt, der ein landesweites Netz von rund 2.300 Kilometern vorsieht. Im Mittelpunkt stehen sichere Verbindungen für den Alltag, etwa zur Arbeit, zur Schule oder zum Bahnhof. Mit dem kostenlosen ÖPNV an allen Adventssamstagen 2026 schaffen wir zudem einen zusätzlichen Anreiz, Bus und Bahn zu nutzen

Was möchten Sie wissen von:
Portrait von Petra Berg
Petra Berg
SPD

Weitere Fragen an Petra Berg