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Unser afghanischer Mitarbeiter möchte gerne seine afghanische Ehefrau mit dem noch ungeborenen Baby nach Deutschland holen, geht das überhaupt noch?

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Frage von Andrea K. •

Unser afghanischer Mitarbeiter möchte gerne seine afghanische Ehefrau mit dem noch ungeborenen Baby nach Deutschland holen, geht das überhaupt noch?

Sehr geehrter Herr Stegner, wir sind Inhaber eines Sanitär- und Heizungs-Handwerksbetriebes und haben einen afghanischen Mitarbeiter. Dieser hat zunächst seine Ausbildung bei uns gemacht und arbeitet seit 4 Jahren als Geselle in unserem Betrieb und ist für uns eine wichtige Fachkraft. Sein Wunsch ist es, seine Ehefrau und sein noch ungeborenes Kind (Geburtstermin Mai 2026) nach Deutschland zu holen. Im Dezember 2023 stellte seine Ehefrau den Antrag auf Eintragung in die Terminwarteliste bei der Botschaft Teheran. Bisher hat sie nichts mehr gehört, auch nicht, ob diese Liste überhaupt noch weiterbearbeitet wird. Die Hoffnung unseres Mitarbeiters schwindet von Tag zu Tag und als Ausweg sieht er nur noch, nach Afghanistan zurückzukehren. Damit würden wir und das Handwerk in Deutschland einen wertvollen Mitarbeiter verlieren. Kann das im Sinne der Bundesrepublik Deutschland sein? Welche Hoffnung können wir ihm machen? Oder ist seine Rückkehr wirklich der einzige Weg für die Familie?

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Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau K.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.

Der Familiennachzug ist grundsätzlich weiterhin gesetzlich möglich. Lediglich der Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten wurde per Gesetz für zwei Jahre ausgesetzt. Eine Visaerteilung zum Zwecke des Familiennachzugs ist daher auch für afghanische Staatsangehörige weiterhin möglich, wenn der in Deutschland lebende Ehegatte als Flüchtling anerkannt wurde oder er bereits im Besitz einer Niederlassungserlaubnis bzw. der deutschen Staatsangehörigkeit ist. Bei den Deutschen Auslandsvertretungen in Pakistan und Iran, gehen weiterhin sehr viele Visa-Anträge ein, weshalb es trotz der Einführung digitaler Verfahren und externer Unterstützung zur Terminvergabe zu langen Wartezeiten kommt. Über die Auslandsvertretung im Iran wurden beispielsweise im Jahr 2025 mehr als 12.000 nationale Visa-Anträge für Deutschland bearbeitet.

Mit freundlichen Grüßen
Ralf Stegner

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