Zusatz AW 16.01.26. Was sind die Maßnahmen um die Kontamination durch Angelblei zu verhindern? Welche Möglichkeiten haben Sie als SPD?
Blei ist nicht nur giftig für fast alle Lebewesen auf der Erde, es verursacht auch erhebliche Kosten für den Staat bei der Entsorgung von belasteten Sedimenten und Böden. Bedenken Sie, dass Angler sich selbst gefährdet, sie benutzen den Mund als dritte Hand um Knoten zu binden und anzufeuchten dabei werden Kleinstpartikel von Blei aus der Angelbox aufgenommen, Vibrationen beim Transport lösen die Partikel ab. Auf youtube gibt es Videos bei dehnen Schrottblei mit den Zähnen an die Angelschnur gequetscht werden, oder Blei in der Küche geschmolzen und zu Gewichten gegossen wird, Achtung Bleioxid. Angler aus bildungsfernen Schichten schätzen die Gefahren falsch ein.Angelgerät hat die letzten 20 Jahre einen großen Sprung gemacht geflochtene Schnüre, Karbonruten, GPS-Anker, Angelsonar, usw. Der Fisch muss eine Chance haben. Waigechtigkeit.Was sind Ihre politischen Maßnahmen im Parlament?
Guten Tag,
vielen Dank für Ihre erneute Nachricht und die ausführlichen Hinweise. Sie sprechen dabei mehrere Aspekte an, die zeigen, wie vielschichtig das Thema Angelblei ist – von Umwelt- und Gewässerschutz über Gesundheitsfragen bis hin zu Kosten für die Allgemeinheit.
Aus meiner Sicht ist zunächst entscheidend, dass Belastungen von Gewässern durch Schadstoffe grundsätzlich vermieden werden müssen. Dass Blei ein giftiges Schwermetall ist, dessen Eintrag langfristige ökologische und auch finanzielle Folgekosten verursachen kann, ist unstrittig. Genau deshalb wird das Thema auf europäischer Ebene – etwa durch die Arbeit der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) – wissenschaftlich bewertet und politisch diskutiert. Dieser Ansatz ist wichtig, um belastbare und rechtssichere Entscheidungen zu treffen.
Am Ende müssen politische Maßnahmen getroffen werden, die einerseits schrittweise Bleieinträge reduzieren und andererseits müssen Alternativen gefördert und praktikabel gemacht werden, damit Angler*innen ihre Tätigkeit weiterhin ausüben können, ohne Gewässer unnötig zu belasten. Dass sich der Markt für Angelgeräte in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt hat und heute leistungsfähige bleifreie Alternativen verfügbar sind, ist dabei ein wichtiger Fortschritt.
Ein weiterer zentraler Punkt ist Aufklärung. Risiken durch unsachgemäßen Umgang mit Blei – sei es beim Knotenbinden, beim Eigenbau von Gewichten oder beim Transport – müssen klar benannt werden. Hier sehen wir eine gemeinsame Verantwortung von Politik, Verbänden und Handel, Informationen verständlich zu vermitteln und Gefahren nicht zu verharmlosen.
Als SPD setzen wir uns insgesamt für einen Ansatz ein, der Umweltschutz, Gesundheitsschutz zusammen denkt. Dazu gehören wissenschaftlich fundierte Regelungen, realistische Übergänge und eine klare Orientierung am Vorsorgeprinzip. Ziel muss es sein, Einträge von Schadstoffen dauerhaft zu vermeiden und gleichzeitig Akzeptanz für Veränderungen zu schaffen.
Für weitere vertiefende Fragen können Sie sich auch gerne an meinen Landtagskollegen Thomas Hölck wenden, der für Fischerei und Angeln zuständig ist.
Mit freundlichen Grüßen
Sandra Redmann
