Arbeitsschutzvorschriften Pflege ?

Simone Borchardt
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Frage von Julia D. •

Arbeitsschutzvorschriften Pflege ?

Sehr geehrte Fr Borchardt

Gerade habe Ich Sie auf Phönix gesehen ,Thema Pflegeneuordnungsgesetz. Ich bin Krankenschwester und pflegende Angehörige . Die Pflegeversicherung ...daa sind Kürzungsorgien. Die Menschen ....jaja Sie wissen das das System nur noch funktioniert weil Personal ausgebeutet wird .

24 h Pflege ....die sind 24 h bereit,wohnen im Hsus der Pflegebedürftigen ,bekommen die Bereitschaftszeit nicht bezahlt .

Pflegefälle Grad 4 bis 5 ,die zu Hause verdorgt werden von Angehörigen,die Angehörigen müsstem dafür bezahlt werden.

Pflegende Angehörige vieöe Rentner bekommrn nicht mal eine Aufwandsentschädigung .

Fie Pflegestrukturkommision finde Ich lächerlich .Gerade 2 Pflegekräfte ,1 Pflehewossenschaftleron,Intendivpflegekraft ...und das war es . Der Großteil waren Bürokraten .

Die Rede von Herr Linneman die gerade läuft ist unerträglich .

Prüfdienste wie der Med Dienst schalten und walten wie Sie wollen und beurteilen oft nicht objektiv.

Grüsse J.D.

Simone Borchardt
Antwort von CDU

Vielen Dank für Ihre Nachricht. Allerdings muss ich Ihnen in einigen Punkten sehr deutlich widersprechen. Ihre pauschalen Behauptungen über die Pflege sind weder sachlich angemessen noch werden sie durch die tatsächlichen Zahlen gestützt.

Sie behaupten, unser Pflegesystem funktioniere nur, weil Pflegepersonal ausgebeutet werde. Ich halte diese Aussage für schlichtweg falsch. Wer solche Vorwürfe erhebt, sollte sich zumindest mit den tatsächlichen Arbeitsbedingungen und der Vergütung in der Pflege auseinandersetzen.

Vollzeitbeschäftigte Pflegefachkräfte in der Gesundheits- und Krankenpflege verdienen im Mittel rund 4.600 Euro brutto monatlich. Das entspricht etwa 55.000 Euro jährlich, mögliche Zuschläge noch nicht eingerechnet. Pflegefachkräfte verdienen damit deutlich mehr als der Durchschnitt vieler anderer Berufsgruppen. Von einer generellen Ausbeutung zu sprechen, ist angesichts dieser Zahlen schlicht unseriös.

Natürlich ist Pflege ein anspruchsvoller Beruf. Ich habe selbst viele Jahre in der Pflege gearbeitet und brauche deshalb keine Belehrungen darüber, welche körperlichen und psychischen Belastungen damit verbunden sind. Aber genau deshalb ärgert es mich, wenn mit pauschalen Behauptungen ein völlig verzerrtes Bild dieses Berufs gezeichnet wird. Pflegekräfte verdienen Anerkennung. Dazu gehört auch, ihre tatsächlichen Arbeitsbedingungen sachlich zu beschreiben, statt ständig das Bild eines vollständig ausgebeuteten Berufsstandes zu verbreiten.

Bei der sogenannten 24-Stunden-Betreuung sprechen Sie ein anderes Thema an. Hier geht es häufig um Betreuungskräfte in Privathaushalten und nicht um examinierte Pflegefachkräfte. Auch dort gelten arbeitsrechtliche Vorgaben. Bereitschaftsdienste sind unter den gesetzlichen Voraussetzungen zu vergüten. Werden diese Vorschriften missachtet, ist das rechtswidrig und muss entsprechend verfolgt werden.

Auch Ihre Ausführungen zur Pflegeversicherung greifen zu kurz. Die Pflegeversicherung wurde nie als Vollversicherung konzipiert. Sie soll Pflegebedürftige finanziell unterstützen, aber nicht sämtliche Kosten der Pflege übernehmen. Pflegende Angehörige erhalten über das Pflegegeld eine finanzielle Unterstützung, die dem Pflegebedürftigen zusteht. Wer daraus ableitet, der Staat lasse pflegende Angehörige grundsätzlich ohne jede Unterstützung zurück, unterschlägt wesentliche Teile unseres bestehenden Leistungssystems.

Ihre abfälligen Bemerkungen über die Pflegestrukturkommission und deren Mitglieder überzeugen mich ebenfalls nicht. Sie können deren Ergebnisse selbstverständlich kritisieren. Aber Menschen, die sich intensiv mit den strukturellen und finanziellen Problemen der Pflegeversicherung beschäftigen, pauschal als „Bürokraten“ abzuwerten, ersetzt keine fachliche Auseinandersetzung.

Gleiches gilt für den Medizinischen Dienst. Selbstverständlich können Begutachtungen fehlerhaft sein. Dafür gibt es Widerspruchsverfahren und gerichtliche Überprüfungsmöglichkeiten. Ihre Behauptung, die Prüfdienste könnten nach Belieben schalten und walten, ist in dieser Pauschalität nicht haltbar.

Ich respektiere, dass Sie als Krankenschwester und pflegende Angehörige eigene Erfahrungen mit unserem Pflegesystem gemacht haben. Das gibt Ihren Erfahrungen Gewicht, macht aber nicht jede daraus abgeleitete Behauptung richtig.

Und genau hier erwarte ich etwas mehr Sachlichkeit. Wer ernsthaft über die Zukunft der Pflege diskutieren möchte, sollte aufhören, mit maßlosen Verallgemeinerungen und Unterstellungen zu arbeiten. Die Pflegeversicherung steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Diese lösen wir nicht durch Empörung, sondern durch Entscheidungen, die möglicherweise unbequem sind.

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