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Gut Tag. Wie viel Steuern in Prozent Müssen konzerne bezahlen??

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Simone Borchardt
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Frage von Frank B. •

Gut Tag. Wie viel Steuern in Prozent Müssen konzerne bezahlen??

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Eine einheitliche Antwort in Prozent gibt es nicht. Entscheidend sind die Rechtsform, der Standort und der tatsächlich steuerpflichtige Gewinn. Steuern werden nicht auf den gesamten Umsatz erhoben.

Für eine Kapitalgesellschaft wie eine AG oder GmbH gilt derzeit grundsätzlich eine Körperschaftsteuer von 15 Prozent. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Körperschaftsteuer. Das entspricht weiteren 0,825 Prozent des Gewinns.

Außerdem fällt Gewerbesteuer an. Ihre Höhe bestimmt die jeweilige Gemeinde über den Hebesatz. Bei einem häufig verwendeten Hebesatz von 400 Prozent beträgt die Gewerbesteuer 14 Prozent, weil die gesetzliche Steuermesszahl bei 3,5 Prozent liegt.

In diesem Beispiel ergibt sich eine gesamte tarifliche Belastung von rund 29,8 Prozent des steuerpflichtigen Gewinns. Das Bundesfinanzministerium bezifferte die durchschnittliche tarifliche Besteuerung der Gewinne von Kapitalgesellschaften zuletzt ebenfalls auf rund 30 Prozent.

Diese Zahl muss allerdings mit Vorsicht betrachtet werden. Sie beschreibt den gesetzlichen Steuersatz, nicht zwingend den Betrag, den ein einzelner Konzern in einem bestimmten Jahr tatsächlich zahlt. Verluste aus früheren Jahren, Investitionsabschreibungen oder im Ausland versteuerte Gewinne können die tatsächliche Belastung verändern. Deshalb lässt sich ohne den Jahresabschluss und die Steuerdaten eines konkreten Unternehmens keine seriöse individuelle Prozentzahl nennen.

Für international tätige Konzerne und große inländische Unternehmensgruppen mit mindestens 750 Millionen Euro Jahresumsatz gilt zusätzlich die globale Mindestbesteuerung. Sie soll grundsätzlich eine effektive Mindestbesteuerung von 15 Prozent sicherstellen.

Nach der aktuellen Berechnung des Bundesfinanzministeriums beträgt die durchschnittliche tarifliche Steuerbelastung eines Unternehmensgewinns in Deutschland 30,13 Prozent. Davon entfallen 15,83 Prozent auf Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag. Die Gewerbesteuer beträgt beim bundesweit gewichteten durchschnittlichen Hebesatz weitere 14,31 Prozent. Grundlage ist ein durchschnittlicher Gewerbesteuerhebesatz von 408,8 Prozent.

Bei einem steuerpflichtigen Gewinn von 100 Millionen Euro wären damit rechnerisch rund 30,13 Millionen Euro Steuern zu zahlen. Nach Steuern verblieben im Unternehmen rund 69,87 Millionen Euro.

Auch die tatsächlichen Einnahmen des Staates lassen sich beziffern. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 39,164 Milliarden Euro Körperschaftsteuer eingenommen. Hinzu kamen 2,236 Milliarden Euro Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer.

Die Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinden lagen 2025 bei 76,4 Milliarden Euro. Zusammen erbrachten Körperschaftsteuer, der darauf entfallende Solidaritätszuschlag und die Gewerbesteuer damit rund 117,8 Milliarden Euro. Diese Summe kann allerdings nicht vollständig den Kapitalgesellschaften zugerechnet werden, weil auch Einzelunternehmen und Personengesellschaften Gewerbesteuer zahlen.

Die jüngste detaillierte Aufteilung nach Rechtsformen liegt für das Jahr 2021 vor. Damals entfielen von einem gesamten Gewerbesteuermessbetrag von 16,588 Milliarden Euro rund 9,635 Milliarden Euro auf Kapitalgesellschaften. Das entspricht einem Anteil von 58,1 Prozent.

Überträgt man diesen Anteil vorsichtig auf das Gewerbesteueraufkommen des Jahres 2025, ergibt sich für Kapitalgesellschaften eine geschätzte Gewerbesteuerzahlung von etwa 44,4 Milliarden Euro. Zusammen mit Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag wären das rund 85,8 Milliarden Euro.

Diese Zahl ist ausdrücklich eine Näherung und keine amtlich ausgewiesene Gesamtsumme für Konzerne. Die tatsächliche Belastung einzelner Unternehmen kann durch Verluste aus früheren Jahren, Investitionsabschreibungen oder Auslandsgewinne deutlich vom tariflichen Satz abweichen. Das Bundesfinanzministerium weist selbst darauf hin, dass sich die effektive Belastung erst aus dem Zusammenspiel von Steuersatz und steuerlicher Bemessungsgrundlage ergibt.

Als belastbare Kurzantwort kann man daher sagen, dass Gewinne deutscher Kapitalgesellschaften tariflich im Durchschnitt mit 30,13 Prozent besteuert werden. Das tatsächliche Steueraufkommen, das Kapitalgesellschaften 2025 zugerechnet werden kann, dürfte nach vorsichtiger Schätzung bei rund 86 Milliarden Euro gelegen haben.

Ich betone nochmals, exakte Zahlen sind an dieser Stelle nicht möglich. Die Frage müsste man dazu exakter ausformulieren.

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