Warum hat Berlin das Amt des Opferbeauftragter geschaffen und Hamburg nicht? Warum veröffentlicht Hamburg keinen Bericht zur Situation der Opfer von Straftaten?
Opferbeauftragter des Landes Berlin
Rechtsanwalt Roland Weber MBE
Zwölfter Bericht zur Situation der Opfer von
Straftaten im Land Berlin (2024)
https://www.berlin.de/sen/justv/ueber-uns/beauftragte/opferbeauftragter/jahresbericht-2024.pdf
Sehr geehrter Herr H.,
vielen Dank für Ihre Anfrage.
Der Schutz und die Unterstützung von Opfern von Straftaten sind auch in Hamburg ein wichtiges Anliegen. Die Länder wählen dafür unterschiedliche institutionelle Wege – Berlin mit einem eigenen Opferbeauftragten für Opfer von Straftaten, Hamburg bislang über bestehende Unterstützungs- und Beratungsstrukturen sowie die Zusammenarbeit mit spezialisierten Einrichtungen.
In Hamburg gibt es seit 2023 ebenfalls einen Opferbeauftragten. Dessen Aufgabenbereich ist allerdings enger gefasst und bezieht sich insbesondere auf Betroffene von Terror- und Großschadensereignissen sowie deren Angehörige. Für Opfer sonstiger Straftaten bestehen in Hamburg verschiedene Unterstützungsangebote. Dazu gehört auch die enge Zusammenarbeit mit dem WEISSEN RING, der Betroffene von Straftaten begleitet und unterstützt, wenn sie dies möchten. Nach eigenen Angaben konnten sich in Hamburg Opfer aller Delikte an den WEISSEN RING wenden; 2024 wurden dort 819 Menschen unterstützt. (https://hamburg.weisser-ring.de/media-news/meldungen/24-03-2025-0)
Entscheidend ist für mich nicht allein die Organisationsform, sondern dass Betroffene wirksam Unterstützung erhalten. Zugleich prüfen wir fortlaufend, wie Opferschutz weiter gestärkt werden kann – dazu gehört auch mehr Transparenz über die Situation von Betroffenen.
Mit freundlichen Grüßen,
Sina Imhof
