Welche Daten liegen dem Aufsichtsrat der DB AG zur Chancengleichheit von Menschen mit Migrationshintergrund bei DB Regio Südost vor – und welche Konsequenzen werden daraus gezogen?
Sehr geehrter Herr Pellmann,
ich war Triebfahrzeugführer bei DB Regio Südost in Leipzig. Während meiner Beschäftigungszeit habe ich persönlich keine Lokführer, Fahrdienstleiter, Werkstattmitarbeiter oder Führungskräfte mit Migrationshintergrund wahrgenommen. Zudem habe ich mehrere aus meiner Sicht diskriminierende Vorfälle über Teamleitung, Betriebsrat, HR, Ombudsstelle und Vorstand gemeldet. Nach meiner Wahrnehmung führten diese Meldungen zu keiner erkennbaren Abhilfe.
Der Bundestagsabgeordnete Martin Kröber teilte auf abgeordnetenwatch mit, dass dem Aufsichtsrat der DB AG Personalstatistiken vorliegen.
Meine Frage lautet daher: Enthalten diese Statistiken Angaben zur Beschäftigung und Entwicklung von Menschen mit Migrationshintergrund nach Berufsgruppen, Führungspositionen, Ausbildung und dualem Studium? Falls nicht: Auf welcher Grundlage beurteilt der Aufsichtsrat, ob Chancengleichheit und ein wirksamer Umgang mit Diskriminierungsbeschwerden gewährleistet sind?
Sehr geehrter Herr S.,
vielen Dank für Ihre Frage. Leider liegen uns zur Zeit keine Zahlen zu der Fragestellung vor. Die Linke ist nicht im Aufsichtsrat vertreten. Die Bahn hat jedenfalls eine Leitlinie Antidiskriminierung und einen internen Verhaltenskodex, die als verbindliche Arbeitsanweisung gelten. Zudem gibt es gibt die erwähnte unabhängige Ombudsstelle. Es soll aber auch in jedem Regionalbereichsmanagement eine AGG-Beschwerdestelle bestehen.
An die können sich die Beschäftigten innerhalb von 2 Monaten nach einem Vorfall wenden. Das könnte noch eine Möglichkeit sein. Wir werden jedenfalls eine Anfrage an die Bundesregierung zu dieser Sachlage prüfen.
Mit freundlichen Grüßen
Sören Pellmann
