Sind Sie für die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung? Wie werden Sie abstimmen?

Das Bild zeigt Sonja Eichwede, SPD_Bundestagskandidatin WK 60 vor einer roten Backsteinwand in Brandenburg an der Havel
Sonja Eichwede
SPD
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Frage von Heike R. •

Sind Sie für die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung? Wie werden Sie abstimmen?

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Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau R.,

vielen Dank für Ihre Frage. Eine pauschale Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters lehne ich und wir als SPD-Bundestagsfraktion ab. Viele Beschäftigte, insbesondere in körperlich belastenden Berufen, arbeiten bereits heute bis an ihre Belastungsgrenzen, weshalb die Herausforderungen für die Rentenversicherung nicht allein durch eine längere Lebensarbeitszeit gelöst werden können.

Gleichzeitig stehen wir aufgrund des demografischen Wandels vor der Aufgabe, die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung nachhaltig zu sichern. Dafür setzen wir auf gute Löhne, mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, eine höhere Erwerbsbeteiligung sowie die gezielte Gewinnung von Fachkräften. Unser Ziel ist eine stabile und verlässliche Rente, die den Lebensleistungen der Menschen gerecht wird und auch für kommende Generationen finanzierbar bleibt. Hierfür laufen aktuelle Debatten, sodass ich noch nicht über eine finale Entscheidung Bescheid geben kann.

Die Alterssicherungskommission empfiehlt beispielsweise, dass sich das Renteneintrittsalter künftig an der Lebenserwartung orientieren soll. Wenn Menschen länger leben, soll diese zusätzliche Zeit im Verhältnis 2:1 auf Arbeitszeit und Rentenzeit verteilt werden.

Der Anstieg würde erst ab 2032 in sehr kleinen Schritten beginnen. Ab dann würde die Regelaltersgrenze etwa alle zehn Jahre um ein halbes Jahr steigen. Sie würde dann im Jahr 2042 bei 67,5 Jahren liegen. Dieser Mechanismus wird aber kontinuierlich daraufhin überprüft, ob die Grundannahmen über die Lebenserwartung wirklich zutreffen und wie sich Geburtenraten im Verhältnis zu Sterberaten und der arbeitsfähigen Bevölkerungsschicht verhalten.

Auch von einer Sonderregelung für diejenigen langjährigen Beitragszahler, die kurz vor der Rente aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten können, ist als Vorschlag der Kommission in aktuellen Verhandlungen ein Gesprächspunkt.

Mit freundlichen Grüßen
Sonja Eichwede 

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