Wird die Sterkrader Heide weiter bebaut? Wieso die radikalen Baumschnitt-/Rodungs-Arbeiten.
Sehr geehrter Herr Zimkeit,
als Anwohner des Landschaftsschutzgebietes Sterkrader Heide haben wir mit Besorgnis zur Kenntnis genommen, dass kurz vor der Brutzeit massive Eingriffe in die Heide vorgenommen wurden. Unzählige Bäume und Sträucher wurden gefällt bzw gerodet und stehen nun nicht mehr als Nistplätze zur Verfügung. Bagger haben ganze Wege ausgekoffert und die Brachflächen sind teilweise planiert, was den Verdacht weckt, dass Baugrundstücke geschaffen wurden und das Landschaftsschutzgebiet weiter bebaut werden soll. Können Sie zu den Maßnahmen Stellung nehmen und die Sorgen ggf. zerstreuen?
Danke und mit freundlichen Grüßen
Tim K.
Hallo,
vielen Dank für Ihre Frage zur Sterkrader Heide. Ich kann gut nachvollziehen, dass die sichtbaren Rückschnitte und Rodungsarbeiten vor Ort zunächst irritierend oder sogar beunruhigend wirken können – gerade dann, wenn nicht unmittelbar erklärt wird, warum solche Maßnahmen durchgeführt werden.
Nach den mir vorliegenden Informationen der Stadt Oberhausen stehen die Arbeiten nicht im Zusammenhang mit einer weiteren Bebauung der Sterkrader Heide. Es handelt sich vielmehr um eine Pflegemaßnahme des Regionalverbandes Ruhr, die in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde Oberhausen erfolgt ist.
Ziel der Maßnahme ist der Erhalt der Sterkrader Heide als wertvolles Biotop. Die Sterkrader Heide ist in Oberhausen das letzte Gebiet, in dem noch Reste der historischen Heidelandschaft vorhanden sind. Ohne regelmäßige Pflege würden diese offenen Flächen nach und nach verbuschen. Dadurch würde genau der Lebensraum verloren gehen, der aus Sicht des Naturschutzes besonders schützenswert ist.
Im Februar wurden deshalb gezielt Gehölze entfernt. Ein Schwerpunkt lag dabei auf nicht heimischen, invasiven Arten wie dem Essigbaum, die sich stark ausbreiten und heimische Pflanzen verdrängen können. Teilweise wurden auch Gehölze entnommen, um die verbleibenden Bestände aufzulockern und ihre Entwicklung zu fördern. In einzelnen Fällen spielten zudem Fragen der Verkehrssicherheit eine Rolle, etwa bei nicht mehr standsicheren Bäumen.
Die Durchführung im Februar erfolgte bewusst innerhalb des gesetzlich zulässigen Zeitraums für solche Arbeiten. Vor Beginn der Maßnahmen wurden die Flächen zudem auf Tierbesatz überprüft. Nach den vorliegenden Informationen gab es dabei keine Hinweise auf geschützte Arten.
Dass der Abtransport des Holzes noch bis in den März hinein sichtbar war und es zeitweise zu Beeinträchtigungen auf Wegen gekommen ist, ist nachvollziehbar ärgerlich. Diese Beeinträchtigungen sollen durch den Regionalverband Ruhr behoben werden.
Ich bedaure allerdings, dass diese Maßnahmen offenbar nicht ausreichend öffentlich erläutert wurden. Eine begleitende Information durch den Regionalverband Ruhr hätte sicherlich geholfen, Missverständnisse und Sorgen vor Ort zu vermeiden.
Zusammenfassend: Nach den mir vorliegenden Informationen handelt es sich nicht um Maßnahmen gegen den Naturschutz, sondern um Pflegemaßnahmen für den langfristigen Erhalt der Sterkrader Heide. Nachpflanzungen sind nur in geringem Umfang vorgesehen, weil gerade offene Heide- und Grünlandflächen erhalten und entwickelt werden sollen. Geplant sind einzelne Wildobstgehölze sowie eine Einsaat mit regionaltypischem Saatgut.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Zimkeit
