Sehr geehrter Herr Frei, was sollte mich dazu bewegen noch die CDU zu wählen? Ich sehe keine Reformen, sondern nur "Kürzungen" und CDU-interne Probleme. Mein Vertrauen in die CDU ist erschüttert.

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Thorsten Frei
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Frage von Maureen S. •

Sehr geehrter Herr Frei, was sollte mich dazu bewegen noch die CDU zu wählen? Ich sehe keine Reformen, sondern nur "Kürzungen" und CDU-interne Probleme. Mein Vertrauen in die CDU ist erschüttert.

Als bisherige CDU-Wählerin frage ich mich: Was ist mit der CDU los? Bundeskanzler Merz bemüht sich einer Sprache, die Empathie vermissen lässt u. unterstellend ist (u.a. Ärzte als "Nutznießer"). Bzgl. CDU interner Probleme: 3 ostdeutsche CDU Ministerpräsidenten wenden sich gegen die "Rentenreform"; dann Herr Spahn etc.pp. Ich habe bislang keine Reformen gesehen, sondern nur Kürzungen (u.a. Gesundheits-, Familienpolitik). Ich bin erschüttert und vermisse das "C" - Christliche.

Es muss gespart werden; aber bislang sehe ich keine plausiblen Ansätze, die mein Vertrauen in die CDU stärken, da ich keine strukturellen Reformen erkennen kann, die für eine Reform i.S. einer "Verbesserung" sprechen. Ich wünsche mir inständig: Nehmen Sie und die CDU bitte die letzten Wahlergebnisse als auch Umfragen Ernst. Ein "weiter so" der CDU sehe ich nicht mehr geboten. Meine - nicht ganz unbegründete - Befürchtung: Bei einem "Weiter so" wird die CDU weitere WählerInnen verlieren. Herzliche Grüße an Sie

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Antwort von CDU

Sehr geehrte Frau S.,
Vertrauen kann Politik nicht einfordern, sondern nur durch Ergebnisse gewinnen. Die jüngsten Wahlergebnisse sind deshalb für uns ein Auftrag zur selbstkritischen Analyse. 
Die Wirkungen unserer Reformagenda sind bislang noch nicht in dem Maße sichtbar, wie es notwendig ist. Erfreulicherweise werden positive Entwicklungen jedoch mehr und mehr sichtbar. 
Dabei dürfen Reformen nicht schlicht mit Kürzungen gleichgesetzt werden. Gerade bei Rente, Gesundheit und Pflege brauchen wir strukturelle Veränderungen, die die Systeme dauerhaft finanzierbar machen und zugleich diejenigen schützen, die auf Solidarität angewiesen sind. Fakt ist aber auch, dass unser Sozialstaat in den guten Jahren immer weiter ausgebaut wurde, weil wir es uns leisten konnten. Jetzt, da die Auswirkungen des demografischen Wandels voll durchschlagen, ist der Status quo nicht mehr zu finanzieren. 
Ich verstehe auch die Kritik am politischen Ton. Menschen, die etwa im Gesundheitswesen täglich Verantwortung tragen, verdienen Respekt. Und das „C“ bedeutet für mich gerade die Verbindung von Eigenverantwortung, Solidarität und der unveräußerlichen Würde jedes Menschen. Ob wir verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen, werden am Ende nicht Worte, sondern unser Handeln entscheiden. Im Gegensatz zu anderen sind wir als CDU und CSU davon überzeugt, dass wir unser Land in eine gute Zukunft führen und mit Wachstum unseren Wohlstand mehren können. Schließlich waren es CDU und CSU immer wieder, die Deutschland gestärkt durch die Krisen der Vergangenheit geführt haben.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Frei

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