Wie halten Sie es mit Ihrer eigenen Arbeitsmoral?
Sehr geehrter Herr Frei,
gefühlt jede zweite Frage und auch fast alle Ihre Antworten drehen sich um das Thema Arbeitswelt und die von der Union angestrebten Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, die für die meisten Menschen gravierende Veränderungen und in nicht wenigen Fällen auch deutliche Schlechterstellung bedeuten werden.
Wie halten Sie es da eigentlich mit Ihrem eigenen Leistungslevel oder sind eher der klassische work life balance Berufspolitiker, der gerne PR-Termine und Gesprächstermine zum Plaudern durchgeht bzw. Debatten pitcht? Zumindest las ich vor Kurzem ein Statement von Ihnen dazu, was so klang, dass Sie weniger die Kernerarbeit mit Dokumenten und Akten bevorzugen. Für mich ist das ein ganz schöner Widerspruch zu dem, was ich unter echter Arbeit auch bei den nicht gerade körperlich fordernden Tätigkeiten von Mandatsträgern erwarten würde.
Mit freundlichen Grüßen
Nele S.
Sehr geehrte Frau S.,
ich kann den von Ihnen beschriebenen Widerspruch allerdings nicht erkennen. Die Arbeit eines Bundestagsabgeordneten besteht keineswegs nur aus Plenar- und Ausschussterminen oder öffentlichen Auftritten. Hinzu kommen umfangreiche Vorbereitungen, Gespräche, Abstimmungen, die Bearbeitung von Vorlagen und zahlreiche Termine mit Bürgern, Verbänden und anderen Gesprächspartnern. Gerade in meiner derzeitigen Funktion ist der Arbeitsalltag zudem von einer hohen zeitlichen und inhaltlichen Belastung geprägt. Ich bin der Überzeugung, dass politische Verantwortung generell eine hohe Leistungsbereitschaft und Einsatzbereitschaft voraussetzt. Diesen Anspruch stelle ich auch an mich selbst. Bei den von der Union vorgeschlagenen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt geht es übrigens nicht darum, Menschen pauschal zu mehr Arbeit zu bringen. Wir wollen vielmehr erreichen, dass sich zusätzliche Arbeit und Leistung wieder stärker lohnen und Arbeitszeit flexibler gestaltet werden kann - auch angesichts des demografischen Wandels und des zunehmenden Arbeits- und Fachkräftemangels halte ich diesen Ansatz für richtig.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Frei
