Frage an Till Steffen bezüglich Verkehr

Till Steffen im Niendorfer Gehege bei einer Fahrradtour
Till Steffen
Bündnis 90/Die Grünen
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Frage an Till Steffen von Wolf M. bezüglich Verkehr

Seh geehrter Herr Dr. Steffen,

Ich bin vor einiger Zeit aus Nordrhein-Westfalen nach Hamburg gezogen und kenne fast alle größeren Städte Deutschlands. Ich stelle fest, dass nirgendwo die Radfahrer so aggressiv auf Fußwegen unterwegs sind wie in HH. Durch die einseitige Fahrradpolitik der Grünen glauben die Radfahrer, die zu bevorzugenden Gutmenschen zu sein
.
Wie wollen die Grünen die Aggressivität der hamburger Radfahrer gegenüber den Fußgängern bekämpfen?

Frage von Wolf M. am
Thema
Till Steffen im Niendorfer Gehege bei einer Fahrradtour
Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 2 Stunden 1 Minute

Sehr geehrter Herr M.,

es tut mir sehr leid, dass Sie die Radfahrerinnen und Radfahrer in Hamburg als aggressiv wahrnehmen. Ich weiß von Konflikten zwischen RadfahrerInnen und FußgängerInnen, die entstehen, weil sie sich die engen Bürgersteige teilen müssen. Den Eindruck, dass nun Hamburgs RadfahrerInnen besonders aggressiv sind, kann ich aber nicht teilen.

Wir Grünen sehen in dem Ausbau von Radverkehr eine wichtige Stellschraube um Hamburgs Verkehrsprobleme zu lösen. Mehr Räder bedeuten weniger KFZ, und weniger Autos auf unseren Straßen bedeuten weniger Lärm, weniger Schadstoffe, weniger lebensgefährliche Unfälle, weniger volle Straßen. Ja, wir wollen zulasten des Autoverkehrs auch mal Fläche umverteilen und wir wollen, dass der Radverkehr Vorfahrt auf den Velorouten bekommt. Das hat aber nur wenig mit Bevorzugen zu tun, denn der meiste Platz wird immer noch den Autos zur Verfügung stehen und die meisten Ampeln werden dem KFZ-Verkehr angepasst bleiben.

Diese Radverkehrs-Maßnahmen müssten sogar in Ihrem Sinne sein. Denn damit unterstüzen wir das Radfahren auf der Straße. Mit gut ausgebauten Radverkehrsanlagen und einem Klima das Radfahrer Willkommen heißt und nicht von der Straße drängt, holen wir die Räder vom Bürgersteig runter. Das ist also auch eine große Maßnahme zur Förderung des Zu-Fuß-gehens. Denn die Bürgersteige bieten dann ausreichend Platz für Fußgänger und Fußgängerinnen, mobilitätseingeschränkte Personen, Kinder und Kinderwagen. Viele Konflikte, die auf den Wegen entstehen, die sich Fuß- und Radverkehr teilen müssen, kommen so gar nicht mehr vor.

Mit freundlichen Grüßen

Till Steffen

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