Sind Sie für oder gegen die Koppelung an das Rentenalter?
Guten Tag Frau W. P.,
wenn Sie mit der „Kopplung an das Rentenalter“ die derzeit diskutierte automatische Kopplung des gesetzlichen Renteneintrittsalters an die Entwicklung der durchschnittlichen Lebenserwartung meinen, beantworte ich Ihre Frage gerne (auch wenn die Festlegung des Renteneintrittsalters eine Angelegenheit der Bundespolitik bleibt).
Ja, ich befürworte eine solche Kopplung grundsätzlich. Der demografische Wandel belastet den Generationenvertrag zunehmend, da immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentenempfänger aufkommen. Deshalb sehe ich einen klaren Reformbedarf. Ohne Reformen lässt sich die gesetzliche Rentenversicherung langfristig nicht stabilisieren. Die Folgen wären höhere Beiträge, steigende Steuerzuschüsse oder ein sinkendes Rentenniveau. Das wird niemand wollen, ich auch nicht!
Wenn die Menschen im Durchschnitt länger leben, ist es sachgerecht, einen Teil dieser gewonnenen Lebenszeit auch in eine längere Erwerbstätigkeit zu übersetzen. Eine regelgebundene Kopplung schafft zudem Planbarkeit und verteilt die Lasten des demografischen Wandels gerechter zwischen den Generationen. Voraussetzung bleibt jedoch, dass Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht länger arbeiten können, weiterhin verlässlich abgesichert sind.
Den Vorschlag der Rentenkommission halte ich daher für überzeugend.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Uwe Dorendorf
