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Sehr geehrter Herr Buchholz, wie kann sein das deutsche, private Rettungsschiffe von italienischen Behörden an Seenotrettungsaktionen gehindert werden. Und so gut wie nichts davon in der Presse?

Bernd Buchholz geht auf einer Brücke und blickt in die Ferne
Bernd Buchholz
FDP
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Frage von Sebastian L. •

Sehr geehrter Herr Buchholz, wie kann sein das deutsche, private Rettungsschiffe von italienischen Behörden an Seenotrettungsaktionen gehindert werden. Und so gut wie nichts davon in der Presse?

Hier ein Auszug aus dem Sea-Watch Newsletter vom 09.04.2026 :

nach dem Osterwochenende gelten infolge eines Schiffbruchs im zentralen Mittelmeer mehr als 70 Menschen als vermisst. Zuvor waren innerhalb weniger Tage mindestens 104 Menschen auf ihrer Flucht über das Meer gestorben. Die italienische Küstenwache hat am 1. April 19 Leichen geborgen.

...

Bereits Mitte März wurde für die Sea-Watch 5 nach der Rettung von 93 Menschen in Seenot eine 20-tägige Festsetzung und eine Geldstrafe von 10.000 Euro verhängt. Nun haben die italienischen Behörden auch unser zweites Rettungsschiff Aurora festgesetzt, nachdem die Crew am Freitag (3. April) 44 gestrandete Personen von der verlassenen Ölplattform Didon in internationalen Gewässern im Mittelmeer gerettet hat.

Warum Du von all dem vermutlich wenig bis gar nichts in den Medien gelesen hast, während sich ganz Deutschland um einen gestrandeten Wal sorgt (dessen Schicksal mich ohne Frage auch berührt, aber Du verstehst sicher, worauf ich hinauswill)

Bernd Buchholz geht auf einer Brücke und blickt in die Ferne
Antwort von FDP


Guten Tag, 

Die Ereignisse im Mittelmeer sind zutiefst tragisch! Die Seenotrettung ist und bleibt eine humanitäre Verpflichtung, zu der sich Europa bekennen muss.

Zunächst lässt sich Ihre Frage, weshalb ein solche Thema wenig mediale Aufmerksamkeit erhält, während andere Themen, wie der gestrandete Wal, sehr präsent sind, nicht mit einer einfachen Gegenüberstellung beantworten. Medien berichten nicht ausschließlich nach politischer und moralischer Relevanz, sondern auch nach Aktualität, Bildhaftigkeit und regionaler Nähe. Wiederkehrende, strukturelle Probleme erhalten daher teils weniger punktuelle Berichterstattung.

Unabhängig von der Berichterstattung bleibt jedoch das Problem bestehen. Das Sterben im Mittelmeer zeigt deutlich, dass die europäische Migrationspolitik weiterhin erhebliche Defizite hat. Hier braucht es eine gemeinsame europäische Lösung. Aus Sicht der FDP soll dort insbesondere Frontex eine größere Rolle spielen. Die Agentur muss die Aufgabe der Seenotrettung vollständig übernehmen, da dies nicht die Aufgabe privater Organisationen sein darf. So kann auch eher sichergestellt werden, dass illegale Schlepper die Seenotrettung nicht für irreguläre Migration missbrauchen und das Leben zahlreicher Menschen aufs Spiel setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Buchholz

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