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Wie lange soll die fossile Abhängigkeit noch politisch fortgeführt werden?

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Carmen Wegge
SPD
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Frage von Markus P. •

Wie lange soll die fossile Abhängigkeit noch politisch fortgeführt werden?

Sehr geehrte Frau Carmen Wegge,

warum wird der Ausbau erneuerbarer Energien gebremst, obwohl sie zentral für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und stabile Preise sind?

Stattdessen hält die Politik an fossilen Energien fest – und gibt jährlich rund 80 Milliarden Euro für Öl und Gas aus, die wir verbrennen. Aktuelle Krisen zeigen unsere gefährliche Abhängigkeit von Importen und autokratischen Regimen.
Auch beim Netzausbau entsteht der Eindruck politischer Blockade.
Zudem irritieren mich Aussagen von Friedrich Merz, der erklärte, „es nützt überhaupt nichts, wenn wir allein in Deutschland klimaneutral werden“ (Stern, 18.07.2025) und die Energiewende als „die teuerste der Welt“ bezeichnete (Welt, 15.01.2026).

Ich erwarte einen klaren Kurs: Ausbau der Erneuerbaren, Abbau fossiler Subventionen und faktenbasierte Kommunikation. Erneuerbare Energien sind Freiheitsenergien.
Mit freundlichen Grüßen
P. .Markus

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Antwort von SPD

Sehr geehrter Herr P.,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich kann Ihnen versichern, dass wir uns als SPD weiterhin für eine ambitionierte Energiepolitik und Klimaschutz einsetzen werden. Wir brauchen die sozialökologische Transformation, um das Land zukunftsfest zu machen, Bürger*innen nicht weiter zu belasten und den Klimawandel zu stoppen!

Die Aussage, dass wir als Deutschland „allein nichts verändern können“, kommt immer wieder vor und soll mangelnde Bereitschaft zum Klimaschutz kaschieren. Ich habe eine grundlegend andere Position: Deutschland ist als eine der größten Volkswirtschaften der Welt in besonderer Verantwortung. Klimaschutz ist für mich eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe, keine Frage nationaler Eitelkeit. Wer diese Verantwortung mit dem Verweis auf das Handeln anderer wegdelegiert, verweigert Führung genau dort, wo sie gebraucht wird. Auch die Bezeichnung der Energiewende als „teuerste der Welt" verkennt die enormen Langzeitkosten fossiler Abhängigkeiten.

Ich teile Ihre Überzeugung daher vollständig: Erneuerbare Energien machen uns unabhängig von Importen, von Preisschwankungen an Weltmärkten und von autokratischen Regimen. Die aktuellen Entwürfe und Äußerungen aus dem Wirtschaftsministerium lassen die Erreichbarkeit unserer Ausbauziele teilweise vermissen – obwohl wir im Koalitionsvertrag das Ziel verankert haben, alle Potenziale der erneuerbaren Energien zu nutzen. Als SPD-Fraktion haben wir klar gemacht: Wir machen keine Rückschritte in fossile Abhängigkeiten und kein Ausbremsen für erneuerbare Energien mit.

In Bezug auf das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) kann ich Ihnen ganz ehrlich sagen, dass wir in den Koalitionsverhandlungen einen Kompromiss machen mussten und deshalb Anpassungen vereinbart haben. Der erste Entwurf von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche war aber viel zu wenig wirksam und ein massiver Rückschritt. Als SPD haben wir im Verhandlungsprozess wichtige Verbesserungen durchgesetzt: eine konkrete Biotreppe, den Schutz von Mieter*innen sowie die Sicherung von Fördermitteln für nachhaltige Heizungen.

Auch bei den erneuerbaren Energien, beim Netzausbau und beim Umgang mit fossilen Energieträgern werden wir auf eine fortschrittliche und zukunftsorientierte Politik drängen – mit uns gibt es kein Zurück in die 80er Jahre der Energiepolitik.

Mit freundlichen Grüßen

Carmen Wegge

               

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