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Warum sollen die Honorare der Psychotherapeuten um 4,5 Prozent sinken in Zeiten wo die Arbeit von Therapeuten unglaublich wichtig ist?

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Carsten Brodesser
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Frage von Christian B. H. M. •

Warum sollen die Honorare der Psychotherapeuten um 4,5 Prozent sinken in Zeiten wo die Arbeit von Therapeuten unglaublich wichtig ist?

Sehr geehrter Herr Brodesser,
Die volkswirtschaftlichen Kosten der Arbeitsausfälle lagen im Jahr 2023 bei ca. 128 Milliarden Euro. Warum soll jetzt gerade an den Honoraren der Psychotherapeuten gespart werden, die doch alles erdenklich mögliche tun um diese Kosten zu reduzieren? Als praktizierender Psychologischer Psychotherapeut habe ich in den vergangenen 10 Jahren ambulanter Arbeit sehr viele Menschen wieder in den Beruf zurück gebracht und Chronifizierungen verhindert! Die Entscheidung des gemeinsamen Bewertungsauschusses auf Betreiben der GKV-SV (Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen) ist an Absurdität nicht zu überbieten und ein Schlag ins Gesicht für alle ambulant tätigen Psychologischen Psychotherapeuten. Als Dozent, Supervisor, Selbsterfahrungsleiter und Psychotherapeut habe ich viel Kontakt zu den Betroffenen. Insbesondere Kassenpatienten werden nun noch länger auf einen Therapieplatz warten müssen…
Mit freundlichen Grüßen.
Dipl.-Psych. C. M.

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Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr M.,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Es ist auch für mich schwer nachzuvollziehen, dass hochqualifizierte Therapeuten, die das emotionale Rückgrat unserer Gesellschaft bilden, durch bürokratische Entscheidungen zusätzlich unter Druck gesetzt werden.

Gleichwohl muss ich darauf hinweisen, dass wir als Politiker zwar die Fehlsteuerungen der gesetzlichen Krankenkassen hinterfragen können, aber nicht direkt über die Vergütungen verhandeln. Vielmehr handelt es sich um eigenständige Verhandlungen zwischen den Selbstverwaltungspartnern – insbesondere der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem GKV-Spitzenverband – im sogenannten Bewertungsausschuss. Dieses Verfahren ist im Fünften Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) gesetzlich geregelt.

Ungeachtet dessen bleibt es ein zentrales Anliegen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, eine qualitativ hochwertige und am Bedarf orientierte psychotherapeutische Versorgung sicherzustellen. Dazu haben wir im Koalitionsvertrag verschiedene Maßnahmen vereinbart, die wir in den kommenden Monaten angehen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Carsten Brodesser

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