Warum lehnen Sie den Ausbau der Bahnverbindungen Hannover-Hamburg und Hannover-Bremen in Form der sogenannten Y-Trasse ab? Sie argumetieren mit Umweltschutz. Weniger Autos ist auch Umweltschutz!
Sehr geehrter Herr W.,
vielen Dank für Ihre Nachricht zum Bahnausbau zwischen Hamburg, Bremen und Hannover.
Vorweg ist mir eines wichtig: Ich lehne den Ausbau der Bahn in unserer Region nicht ab. Im Gegenteil. Ich setze mich dafür ein, dass dort mehr Züge fahren - und zwar so schnell wie möglich. In einem Punkt gebe ich Ihnen ausdrücklich recht: Jeder Lkw und jedes Auto, das wir auf die Schiene bringen, schützt Klima und Umwelt. Dieses Ziel teile ich. Offen ist nur, auf welchem Weg wir es am schnellsten erreichen.
Die Y-Trasse ist dafür ein warnendes Beispiel. Sie stand seit 1992 im Bundesverkehrswegeplan. In rund 20 Jahren wurde kein einziger Meter gebaut. Gleichzeitig blieben dringend nötige Verbesserungen an den bestehenden Strecken liegen. Deshalb haben sich 2015 im Dialogforum Schiene Nord Kommunen, Landkreise, Verbände und Bürgerinitiativen mit der Deutschen Bahn, dem Bund und dem Land Niedersachsen auf einen anderen Weg geeinigt: das Alpha-E. Der Niedersächsische Landtag hat diesen Kompromiss einstimmig unterstützt, der Bund hat ihn in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen.
Alpha-E ist kein Verzicht auf Ausbau, sondern ein Ausbauprogramm. Es verteilt den Verkehr auf mehrere Strecken. Dazu gehören ein drittes Gleis zwischen Lüneburg und Uelzen, ein zweites Gleis zwischen Rotenburg und Verden, die Elektrifizierung der Strecke Uelzen-Langwedel sowie zusätzliche Überholgleise und eine dichtere Zugfolge. Davon profitiert ausdrücklich auch die Verbindung nach Bremen.
Am 8. Oktober hat der Bundestag über das Projekt beraten. Der Beschluss enthält erstmals ein festes Paket für die Bestandsstrecke: rund 250 Millionen Euro für neue Weichen, Überleitstellen und Lärmschutz, umzusetzen bis spätestens 2034. Das ist ein echter Fortschritt. Ich habe dennoch mit Nein gestimmt, weil das dritte Gleis zwischen Lüneburg und Uelzen fehlt. Über die Neubaustrecke ist zudem noch nicht endgültig entschieden. Die Bahn darf weiterplanen, aber nicht bauen. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis muss neu geprüft werden. Meine Gründe können Sie hier ausführlich nachlesen:
https://cornell-babendererde.de/babendererde-stimmt-mit-nein-beratungen-ueber-bahnausbau-zwischen-hamburg-und-hannover/
Ich werde weiter dafür streiten, dass zwischen Hamburg, Bremen und Hannover schnell mehr Züge fahren. Damit Güter und Pendler nicht erst in 25 oder 35 Jahren auf die Schiene kommen, sondern so bald wie möglich.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Cornell Babendererde, MdB
