Finden sie es gut und richtig, dass die Informationspflicht der Krankenkassen über steigende Zusatzbeiträge mit der GKV-Reform gestrichen wird? Es sind ca. 75 Millionen Versicherte davon betroffen.
Sehr geehrter Herr G.,
bislang mussten Krankenkassen jedes Mitglied gesondert schriftlich oder elektronisch informieren, wenn sich der Zusatzbeitrag erhöht hat. Diese Pflicht entfällt künftig und es erfolgt eine generelle Information. Ich finde es richtig, da wir so den Abbau von Bürokratie und die Einsparung von Verwaltungskosten bestärken. Dies ist ein kleiner Teil des Sparpakets, mit dem die Koalition die Finanzlücke in der GKV schließen und stärkere Beitragssteigerungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber verhindern will.
Ich habe Verständnis dafür, dass der Wegfall der persönlichen Benachrichtigungen zunächst wie ein Rückschritt wirkt. Angesichts der angespannten Finanzlage der GKV war jedoch auch eine konsequente Entlastung bei Verwaltungskosten notwendig, um Beitragssteigerungen insgesamt zu begrenzen. Aus meiner Sicht ist die Balance vertretbar, weil die entscheidenden Schutzrechte – Wechselmöglichkeit und Informationszugang – erhalten bleiben, auch wenn diese künftig eine etwas aktivere Rolle der Versicherten voraussetzen.
Mit freundlichen Grüßen
Franziska Hoppermann
