Wann erhalten Pflegekinder mit Behinderung die selbe Unterstützung wie behinderte Kinder in Herkunftsfamilien?

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Heike Hänsel
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Wann erhalten Pflegekinder mit Behinderung die selbe Unterstützung wie behinderte Kinder in Herkunftsfamilien?

3Jahre gab es für unser Pflegekind keine behinderungsbedingte Unterstützung oder Beratung, dann sollte er mit Vollzeitinklusion in den Kiga. Dies wurde in TÜ nicht akzeptiert.Analog des BTHG haben wir Einzelasistenz zur Teilhabe gerichtlich erstritten.Ergebnis, das Jugendamt wollte uns das Kind wegnehmen und günstiger unterbringen.Über20.000€mussten wir einsetzen um dies zu verhindern.Wir haben ALLE PARTEIEN ANGESCHRIEBEN,nur die Linke stand uns bei.Statt Pflegeeltern zu fördern wird Überforderung unterstellt, Kinder in Heime gesteckt oder diese können jahrelang da keine Inklusion finanziert wird nicht zur Schule.Als aktiver Beistand erlebe ich dies immer wieder,sehe auch wie leibliche Familien mit behinderten Kindern unterstützt werden.Wo sind Sie wenn wir unsere Politiker benötigen?Wer ist außerhalb Wahlen Ansprechpartner?Ist Ihnen bewusst, wie viele Pflegekinder jedes Jahr ihre Familien verlassen müssen, da sie ohne Unterstützung nicht tragbar sind und wie viele Heimkosten entstehen

Frage von Simone W. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 3 Wochen

Sehr geehrte Frau W.,
Sie haben sowohl mit Ihrer Frage, wie auch mit der Beschreibung der Missstände absolut recht und ich halte die Zustände für skandalös!
Mittlerweile ist es soweit, dass selbst bei öffentlichen und staatlichen Einrichtungen die Wirtschaftlichkeit über die menschlichen Notwendigkeiten und Bedürfnisse gehen. Absolut unglaublich, dass das Jugendamt in dem beschriebenen Fall sich scheinbar zuerst um eine Kostenreduktion kümmert, sowohl auf Ihre Kosten vor allem aber auch auf Kosten und Gesundheit des Pflegekindes. Wir setzen uns regelmäßig dafür ein, dass die Rahmenbedingungen für Pflegekinder und Pflegeeltern verbessert werden, sowohl im Bundestag aber auch in den Landtagen. Ein Beispiel einer besonders ausführlichen Anfrage zum Thema sowie mehrerer politischer Gestaltungsvorschläge können Sie bei Interesse z.B. beim Landtag Sachsen-Anhalt nachlesen:
https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/2019/pflegefamilien-im-land-den-ruecken-staerken
Entsprechend setzen wir uns auch im Bundestag dafür ein, dass Unterstützungs- und Hilfsme chanismen bei Kindern mit Behinderung den jeweilig konkreten Bedürfnissen entsprechen, egal  ob in der Pflege- oder Herkunftsfamilie. Auch insgesamt arbeiten wir daran, die Rahmenbedingungen an den Bedürfnissen und möglichst gleichwertig auszurichten. Bei der letzten Reform  2019 haben wir beispielsweise einen Änderungsantrag eingebracht, und gefordert, dass Kostenbeteiligung von Heim- und Pflegekindern endlich abgeschafft wird, sowie, dass Pflegekinder mit Beschäftigung ihr Einkommen genauso behalten können wir Nicht-Pflegekinder. Wann eine bedarfsgerechte Behandlung endlich kommt, kann ich Ihnen leider nicht fest sagen, dies liegt jeweils vor allem an der Bundesregierung, aber auch den Landesregierungen. Unabhängig davon, wer die nächste Regierung stellt, werden wir uns weiterhin für glaubwürdige Inklusionspolitik einsetzen.
Mit freundlichen Grüßen
Heike Hänsel