Wie stehen Sie zur geplanten Gesundheitsreform?
Sehr geehrte Frau Aigner,
Ich bin Psychotherapeutin in Holzkirchen (Verhaltenstherapie für Kinder, jugendliche und erwachsene) und auch in der Aus- und Weiterbildung tätig. Ich behandle vor allem
Menschen mit Traumafolgestörungen, Mütter mit postpartaler Depression und Menschen mit ADHS. Ich liebe meinen Job, da er einerseits sinnvoll ist, mir andererseits die Flexibilität ermöglicht, drei Kinder großzuziehen. Ich habe große Sorge, wie sich die bereits erfolgten Honorarkürzungen und die geplanten Reformen auf die Wirtschaftlichkeit meiner Praxis auswirken und damit auf die Versorgung von Menschen in Krisen im Landkreis.
Wie ist Ihre Position dazu?
Herzliche Grüße
Patricia K.
Sehr geehrte Frau K.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Ihr Anliegen betrifft einen wichtigen Punkt: Psychotherapeutinnen wie Sie sind das Rückgrat der ambulanten psychischen Gesundheitsversorgung – besonders in einem Landkreis wie Miesbach, wo die Wege zu spezialisierten Angeboten oft weit sein können.
Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat im März 2026 eine Honorarkürzung von 4,5 Prozent für ambulante psychotherapeutische Leistungen beschlossen, die seit dem 1. April 2026 gilt. Trotz einer gleichzeitigen Erhöhung der Strukturzuschläge bedeutet das für die meisten Praxen unterm Strich ein Minus. Und das in einer Situation, in der die Wartezeiten in Bayern mittlerweile bei über 100 Tagen liegen.
Das ist aus unserer Sicht der falsche Weg.
Wir setzen uns klar auf Bundesebene dagegen ein: Honorarkürzungen, die funktionierenden Praxen die wirtschaftliche Grundlage entziehen, schaden zuerst den Patientinnen und Patienten. Menschen in Krisen können nicht warten – weder auf einen Therapieplatz noch darauf, dass die Politik endlich handelt. Wir brauchen mehr Versorgung und mehr Anreize, um sie sicherzustellen.
Mit freundlichen Grüßen
Ilse Aigner, MdL
