Im Programm der ÖDP wird das Thema bessere und kostenlose Betreuungsplätze für Kinder und Entlastung der Eltern für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht erwähnt. Warum?

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Jens-Eberhard Jahn
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Im Programm der ÖDP wird das Thema bessere und kostenlose Betreuungsplätze für Kinder und Entlastung der Eltern für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht erwähnt. Warum?

Frage von Hiram V. am
Thema
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 4 Stunden 3 Minuten

Lieber Herr Villalobos,

ich danke Ihnen herzlich für Ihre Frage! Familienpolitik ist immer schon ein Kernthema der ÖDP. Sowohl im Grundsatzprogramm, als auch im Bundespolitischen Programm und im Kurzwahlprogramm zur Bundestagswahl finden sich unsere Positionen und Ideen dazu. Und selbstverständlich wollen wir Qualitätssicherung von öffentlichen Kinderbetreuungseinrichtungen und deutliche Verbesserung des dortigen Personalschlüssels.

Die oft propagierte „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ schafft aber meist keine Entlastung der Eltern, sondern eine Doppelbelastung, weil Kinderbetreuung verlangt, aber nicht bezahlt wird. Denn im Zentrum der Familienpolitik stehen heute selten das Kindeswohl und Kinder- und Elternrechte, sondern vielmehr kurzfristige und kurzsichtige neoliberale Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsinteressen. Diese setzen Eltern zunehmend unter Stress und Zeitnot, was sich zulasten der Kinder auswirkt.

Die ÖDP kämpft für die Anerkennung der elterlichen Erziehungsarbeit durch ein Erziehungsgehalt, weil die Erziehung von Kindern heute der sozialen Sicherung der ganzen Gesellschaft dient und nicht nur der sozialen Absicherung der eigenen Eltern, wie das zuvor der Fall war.

Damit haben Eltern eine wirkliche Wahl, das Geld für die Kinderbetreuung als Lohn zu betrachten oder aber damit eine Fremdbetreuung ihrer Wahl zu finanzieren. Ein Erziehungsgehalt – kein Lohnersatz! - schafft Wahlfreiheit. Damit erübrigt sich auch die Forderung kostenloser Kinderbetreuung.

Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne an mich wenden. Ich vermittele Ihnen auch gern den Kontakt zu den sozial- und familienpolitischen Expert*innen der ÖDP.

Beste Grüße

Jens-Eberhard Jahn