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Guten Tag Herr Herrmann, Stimmen Sie der automatischen Kopplung des Rentenalters zu ja oder nein?

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Julian Herrmann
CDU
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Frage von Annabel S. •

Guten Tag Herr Herrmann, Stimmen Sie der automatischen Kopplung des Rentenalters zu ja oder nein?

Reformplan

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Antwort von CDU

Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Frage.

Über dieses Thema wird auf Bundesebene im Deutschen Bundestag entschieden. Da ich Abgeordneter der Hamburgischen Bürgerschaft und damit auf Landesebene tätig bin, werde ich darüber nicht selbst abstimmen. Dennoch möchte ich Ihnen meine Haltung dazu gerne erläutern.

Ich halte die geplante Rentenreform insgesamt für einen wichtigen und notwendigen Schritt. Hintergrund ist vor allem die demografische Entwicklung: Wir werden erfreulicherweise immer älter, gleichzeitig kommen aber immer weniger Beitragszahler auf immer mehr Rentenempfänger. Dieses Ungleichgewicht setzt unser Rentensystem zunehmend unter Druck. Die entscheidende Frage ist daher aus meiner Sicht nicht, ob wir reformieren, sondern wie wir unser Rentensystem langfristig finanzierbar und generationengerecht gestalten.

Oft wird der Eindruck erweckt, man könne einfach alles beim Alten belassen. Doch würden wir keine Reformen beschließen, würden die Rentenbeiträge nach allen Prognosen deutlich steigen undzwar stärker als mit den nun vorgeschlagenen Maßnahmen. Die Probleme würden also nicht verschwinden, sondern lediglich in die Zukunft verschoben und vor allem den jüngeren Generationen aufgebürdet.

Zur Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung: Auch diesen Ansatz halte ich grundsätzlich für sinnvoll. Wichtig ist dabei, dass häufig ein falscher Eindruck entsteht. Es geht gerade nicht darum, dass jedes zusätzliche Jahr Lebenserwartung automatisch bedeutet, ein weiteres Jahr länger arbeiten zu müssen. Die Empfehlung der Rentenkommission sieht vielmehr eine moderate Anpassung im Verhältnis 2:1 vor. Steigt die Lebenserwartung, entfallen zwei Drittel des Zugewinns auf die Erwerbsphase und ein Drittel auf eine längere Rentenbezugszeit. Nach den heutigen Prognosen würde dies bedeuten, dass die Regelaltersgrenze zwischen 2031 und 2041 lediglich um rund sechs Monate auf 67,5 Jahre steigen würde – also etwa ein halbes Jahr pro zehn Jahre.

Ebenso wichtig ist: Die Reform berücksichtigt ausdrücklich Menschen, die körperlich besonders belastende Berufe ausüben oder aus gesundheitlichen Gründen ihren langjährigen Beruf kurz vor dem Renteneintritt nicht mehr ausüben können. Für sie ist eine neue Schutzrente vorgesehen. Der klassische Dachdecker, der oft angeführt wird und aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, soll beispielsweise nicht gezwungen werden, sich kurz vor der Rente noch auf einen völlig anderen Beruf verweisen zu lassen. Vielmehr soll für solche Fälle ein erleichterter früherer Rentenzugang geschaffen werden.

Insgesamt halte ich das Reformpaket deshalb für ausgewogen. Es enthält aus meiner Sicht sinnvolle Elemente wie die gesetzliche Kapitalrente, eine moderate Anpassung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung sowie besondere Schutzregelungen für gesundheitlich belastete Arbeitnehmer. Das wird sicherlich nicht jede Diskussion beenden, ist aber ein deutlich verantwortungsvollerer Weg, als die Herausforderungen weiter aufzuschieben und die finanziellen Lasten allein den jüngeren Generationen zu überlassen.

Freundliche Grüße
Julian Herrmann

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