Wie wollen Sie sich dafür einsetzen, dass junge ambulante Pflegedienste durch langwierige Vergütungsverhandlungen nicht in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten?
Sehr geehrter Herr Herrmann, unser ambulanter Pflegedienst Epikur besteht seit Juli 2024 in Hamburg. Seit 2026 zahlen wir aufgrund des regional üblichen Entlohnungsniveaus höhere Löhne. Das Angebot der Kostenträger im Bereich der Pflegeversicherung deckt unsere gestiegenen Personalkosten jedoch nicht ausreichend. Deshalb sind Einzelverhandlungen notwendig geworden. Lange Bearbeitungszeiten und mögliche Schiedsverfahren verursachen erheblichen zeitlichen und finanziellen Aufwand – bei offenem Ausgang. Währenddessen müssen Löhne und laufende Kosten selbstverständlich weitergezahlt werden. Die wirtschaftlichen Folgen sind bei uns bereits real: Die Inhaberin musste private Mittel einbringen, um die Liquidität zu sichern, und wir mussten uns von einer Mitarbeiterin trennen. Gute Pflege und gute Löhne dürfen nicht dazu führen, dass gerade junge Pflegedienste wirtschaftlich in Bedrängnis geraten.
Sehr geehrter Herr K.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und die ausführliche Schilderung Ihrer Situation.
Da Gesundheitspolitik nicht zu meinen fachpolitischen Schwerpunkten gehört, kann ich Ihnen hierzu keine besonders tiefgehende fachpolitische Antwort geben. Ich habe mich zu Ihrer Frage aber kurz mit unserer gesundheitspolitischen Sprecherin in der CDU-Bürgerschaftsfraktion ausgetauscht.
Die von Ihnen angesprochene Problematik langwieriger Vergütungsverhandlungen bei ambulanten Pflegediensten verfolgen wir aufmerksam. Gerade junge und kleinere Pflegedienste können durch steigende Personal- und Betriebskosten besonders unter Druck geraten, wenn sich Vergütungsverhandlungen über einen längeren Zeitraum hinziehen. Gleichzeitig ist es richtig und wichtig, dass Beschäftigte in der Pflege angemessen bezahlt werden und die gesetzlichen Vorgaben zur Entlohnung eingehalten werden.
Aus unserer Sicht muss deshalb sichergestellt sein, dass die bestehenden Verfahren in der Praxis verlässlich funktionieren und notwendige Kostenentwicklungen angemessen berücksichtigt werden können.
Die von Ihnen geschilderten Erfahrungen nehmen wir daher gerne mit und werden sie in unsere weitere gesundheitspolitische Arbeit einbeziehen. Uns ist wichtig, dass wirtschaftlich arbeitende ambulante Pflegedienste auch künftig verlässliche Rahmenbedingungen vorfinden und ihren wichtigen Beitrag zur Versorgung in Hamburg leisten können.
Mit freundlichen Grüßen
Julian Herrmann
