Wird das von Meta angekündigte Ende der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Direktnachrichten auf Instagram am 08.05.2026 auch für Deutschland erfolgen?
Sehr geehrte Frau Paulus,
Meta kündigte an, dass am 08.05.2026 die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Direktnachrichten auf Instagram nicht mehr unterstützt und somit eingestellt wird.
Als Grund werden aktuell die Geschehnisse bezüglich der Epstein Akten gehandelt, da Meta auf diese Weise für mehr Sicherheit in diesem Bereich sorgen möchte. Den Wahrheitsgehalt dieser Begründung kann ich nicht einschätzen.
Da mich das dennoch besorgt und ich finde, dass das ein arger Eingriff in die Privatsphäre ist, möchte ich mich bei Ihnen erkundigen, ob diese Änderung auch in der EU bzw. Deutschland greifen wird oder ob das ein Verstoß gegen die DSGVO ist.
Unten finden Sie noch einen Bericht von N-TV dazu.
Mit freundlichen Grüßen
Sarah-Jane J.
Sehr geehrte Frau J.,
vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an diesem wichtigen Thema.
Nach aktuellem Kenntnisstand gibt es keine verlässlichen Informationen, die bestätigen, dass Meta die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Direktnachrichten auf Instagram generell – insbesondere in der EU oder in Deutschland – abschaffen wird. Im Gegenteil: In den vergangenen Jahren hat Meta eher Schritte unternommen, um Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in seinen Diensten auszuweiten.
Sollten Plattformen Änderungen an der Verschlüsselung vornehmen, müssen sie sich in der Europäischen Union an die geltenden Datenschutzvorschriften, insbesondere die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), halten. Diese setzt hohe Standards für den Schutz personenbezogener Daten.
Grundsätzlich setzen wir uns als Grüne/EFA-Fraktion klar für den Erhalt starker Verschlüsselung ein. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist ein zentraler Baustein für den Schutz der Privatsphäre, für IT-Sicherheit sowie für die Freiheit der Kommunikation. Auch meine Kollegin Alexandra Geese engagiert sich auf europäischer Ebene ausdrücklich dafür, dass Verschlüsselung nicht geschwächt wird und keine Hintertüren geschaffen werden.
Ich kann Ihre Sorge daher gut nachvollziehen. Gleichzeitig ist es wichtig, Informationen zu solchen Ankündigungen sorgfältig zu prüfen, da insbesondere im digitalen Bereich auch Falschmeldungen kursieren können.
Mit freundlichen Grüßen
Jutta Paulus
