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Haben die Grünen vor stärker gegen Lügen und Desinformationen im Bundestag vorzugehen bzw. sich für Konsequenzen einzusetzen?

Foto von Katharina Dröge, aufgenommen im Deutschen Bundestag im Juli 2025.
Katharina Dröge
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Max I. •

Haben die Grünen vor stärker gegen Lügen und Desinformationen im Bundestag vorzugehen bzw. sich für Konsequenzen einzusetzen?

Desinformationskampagnen haben den Grünen vor allem während der Ampel-Zeit massiv geschadet. Und ja nicht nur den Grünen, sondern jeglichem Klima-, Gesundheits- und Arbeitnehmerschutz. Es ist für mich als Normalbürger unverständlich, wie sich Abgeordnete an das Podium im Bundestag stellen können und ohne Konsequenzen Lügen und Desinformationen verbeiten können. Die 90. Sitzung des Bundestages am 10. Juli war ein reinster Fiebertraum in dieser Hinsicht.

Um es an einem Beispiel dieser Sitzung fest zu machen: Ein gewisser Abgeordneter steht am Podium und zitiert 2 Quellen, welche seine Aussagen belegen sollen. Das eine war die eine DENA-Studie und die andere habe ich gerade nicht mehr im Kopf. Beide Quellen belegen seine Aussage nicht, sondern widerlegen diese. Er gibt also Quellen an, lügt über deren Inhalt und wird damit genau 0 konfrontiert.

Und das ist ja kein Einzelfall, sondern Gang und Gebe, besonders bei bestimmten Parteien.

Habt ihr einen Plan gegen so etwas vorzugehen?

Foto von Katharina Dröge, aufgenommen im Deutschen Bundestag im Juli 2025.
Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Lieber Herr I.

vielen Dank für Ihre Nachricht. 

Derzeit wird Lügen durch die Bundestagspräsidentin nicht sanktioniert. Das wäre auch deshalb schwierig umzusetzen, weil das freie Mandat rechtlich sehr weitgehend zu verstehen ist. Unabhängig von Sanktionsmöglichkeiten, ist es aber umso wichtiger, AfD-Abgeordneten im Parlament sehr deutlich zu widersprechen, wenn sie bewusst Unwahrheiten verbreiten. Das tun wir Grüne immer wieder.  

Darüber hinaus stellen Desinformationskampagnen auch außerhalb des Parlaments eine große Gefahr dar. Seit Jahren weisen wir die Bundesregierung darauf hin, dass uns gegenüber feindlich gesonnene Staaten alles daransetzen, demokratische Diskurse zu verschieben und Willensbildungsprozesse zu manipulieren, auch und gerade im Kontext von Wahlen. Es vergeht praktisch keine Wahl mehr, bei der Russland und Vladimir Putin nahestehende Akteure nicht versuchen, massiv Einfluss zu nehmen. Deutschland steht hier seit Jahren ganz besonders im Fokus. Hierbei kann man ein arbeitsteiliges Vorgehen russischer Stellen mit Extremisten im Inland beobachten. Sie transportieren russische Narrative ungefiltert und völlig ungeniert weiter. 

Gemeinsames Ziel dieser Akteure ist es, die AfD und andere russlandfreundliche Parteien gezielt zu stärken und diejenigen zu schwächen, die sich für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einsetzen. Hierfür werden ganz erhebliche finanzielle Mittel eingesetzt. All das wissen wir spätestens seit den sogenannten SDA-Leaks. 

Trotz des lange bekannten Umstands, dass Wahlen gezielt von ausländischen Kräften manipuliert werden, tut die Bundesregierung noch immer viel zu wenig, um diesem Treiben entschlossen Einhalt zu gebieten und die Integrität demokratischer Willensbildungsprozesse zu schützen. In einem umfassenden Antrag, den wir erst kurz vor der parlamentarischen Sommerpause in den Bundestag eingebracht haben, fordern wir sie noch einmal dazu auf, sich dem Problem mit der notwendigen rechtsstaatlichen Entschlossenheit annehmen.

Das tut sie bis heute leider noch immer nicht. Bis heute gibt es noch nicht einmal eine ressortabgestimmte Strategie gegen Desinformation, die wir immer und immer wieder eingefordert haben. Ein Entwurf für eine solche Strategie lag bereits am Ende der Ampel-Koalition vor, kam aber aus für uns nicht nachvollziehbaren Gründen nie. 

Hierbei handelt es sich um eine Schlüsselfrage staatlicher Souveränität. Auch und gerade auf diesem Gebiet beweist sich die Wehrhaftigkeit unserer Demokratie. Entsprechend müssen Bundesregierung und Sicherheitsbehörden handeln.

Viele Grüße

Team Dröge 

 

 

 

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