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Befürworten sie die Kopplung des Renteneintritts an die Lebenserwartung?

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Kirsten Kappert-Gonther
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Mika B. •

Befürworten sie die Kopplung des Renteneintritts an die Lebenserwartung?

Sehr geehrte Frau Kappert-Gonther

ich bin Bürger aus Ihrem Wahlkreis und habe eine Frage zu Ihrer Position zur Rentenpolitik.

Falls Sie eine Kopplung des gesetzlichen Renteneintrittsalters an die steigende Lebenserwartung befürworten: Wie rechtfertigen Sie das gegenüber Menschen, die körperlich belastende Berufe ausüben und oft gar nicht gesund bis zu einem immer höheren Renteneintrittsalter arbeiten können?

Mich interessiert außerdem, warum Sie dieses Modell für gerechter halten als andere Möglichkeiten zur Stabilisierung der Rentenfinanzen.

Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrter Herr B.,

vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre berechtigte Frage.

Ich sehe die aktuellen Überlegungen der Bundesregierung, das gesetzliche Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln, kritisch. Ein solches Modell klingt auf den ersten Blick nachvollziehbar, wird aber der Lebensrealität vieler Menschen nicht gerecht. Wer jahrzehntelang körperlich oder psychisch belastend gearbeitet hat, kann häufig schon heute das reguläre Rentenalter nicht gesund erreichen. Eine pauschale Anhebung des Renteneintrittsalters würde diese Menschen besonders benachteiligen und käme für viele einer Rentenkürzung gleich.

Aus meiner Sicht und der der grünen Bundestagsfraktion ist der gerechtere Weg, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Menschen überhaupt gesund länger arbeiten können – durch bessere Prävention, stärkeren Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und einen deutlichen Ausbau von Rehabilitationsangeboten. Gleichzeitig müssen diejenigen besser abgesichert werden, die aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten können, etwa durch eine Verbesserung der Erwerbsminderungsrente und eine Überlastungsschutzrente.

Um die Rentenfinanzen langfristig zu stabilisieren, brauchen wir deshalb keine pauschale Erhöhung des Renteneintrittsalters, sondern mehr gesunde Erwerbsjahre, flexible Übergänge in den Ruhestand und eine soziale Absicherung, die den unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsrealitäten gerecht wird. Mit unserem Antrag „Gesund länger arbeiten und die Erwerbsminderungsrente verbessern“ möchten wir genau das berücksichtigen. 

Vielen Dank, dass Sie dieses wichtige Thema ansprechen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Kirsten Kappert-Gonther 

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