Würden Sie sich bei der Diskussion zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz dafür einsetzten die Anzahl der Krankenkassen drastisch zu reduzieren?
Sehr geehrte Frau Dr. Kappert-Gonther, die Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) sind 2025 auf rund 13,3 Milliarden Euro gestiegen (https://gesundheit-soziales-bildung-nrw.verdi.de/mein-arbeitsplatz/krankenhaeuser/++co++b4923c12-3ee3-11f1-857a-2bb21f88410a).
Nur sechs der GKV Krankenkassen haben einen "2024 Netto-Verwaltungskosten" von 120 Euro pro Mitglied, mehr als 16 Krankenkassen über 200 Euro pro Mitglied (https://www.krankenkassen.de/krankenkassen-vergleich/statistik/finanzen/verwaltungskosten/).
In Deutschland werden rund 75 Millionen Versicherte von einer gesetzlichen Krankenkasse versorgt(https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/kv_grundprinzipien/alle_gesetzlichen_krankenkassen/alle_gesetzlichen_krankenkassen.jsp). Eine Zusammenlegung der Krankenkassen und eine Deckelung der Netto-Verwaltungskosten für 2027 auf 130 Euro pro Mitglied würden über 3,5 Milliarden Euro einsparen jährlich.
Sehr geehrter Herr S.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Die Verwaltungskosten machen weniger als vier Prozent der Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung aus. Sie sind nicht die Kostentreiber im Gesundheitswesen. Gleichzeitig sind die Verwaltungskosten der GKVen in den vergangenen Jahren deutlich langsamer gestiegen als die eigentlichen Leistungsausgaben.
Natürlich sollten auch Verwaltungsausgaben effizient organisiert werden.
Die Finanzprobleme der GKV liegen nicht in der Anzahl der Krankenkassen begründet und sind auch keine Folge zu hoher Verwaltungskosten der Krankenkassen. Dafür gibt es keine belastbaren Hinweise. Um die Finanzprobleme der GKV zu lösen, braucht es strukturelle Reformen im Bereich der Krankenhausversorgung, der ambulanten und der Notfallversorgung, mit besseren und effektiveren Strukturen, die die Versorgungsqualität erhöhen und dafür sorgen, dass die Patient*innen die Hilfe finden, die sie benötigen. Gute Vorschläge dafür liegen auf dem Tisch.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Kirsten Kappert-Gonther
