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Wie werden Sie am Freitag abstimmen?

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Lutz Brinkmann
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Frage von Nils H. •

Wie werden Sie am Freitag abstimmen?

Sehr geehrter Herr Brinkmann,

am Freitag stimmen Sie über das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ab – und damit über die psychotherapeutische Versorgung in der Region.

Das Gesetz würde die ambulante Psychotherapie erstmals deckeln und den gesetzlichen Schutz des Mindesthonorars streichen. Folge: noch weniger Therapieplätze und längere Wartezeiten – bei psychischen Erkrankungen, wo frühe Hilfe später viel Leid und hohe Folgekosten erspart. Der Spareffekt ist minimal, die Kosten verschieben sich nur in Kliniken und Chronifizierung.

In meinem Umfeld habe ich erlebt, wie zermürbend die monatelange Suche nach einem Therapieplatz ist.

Ich bitte Sie nachdrücklich: Nehmen Sie die Psychotherapie von der Budgetierung aus (§ 87d Abs. 4 SGB V) und erhalten Sie den Honorarschutz.

Offen gesagt: Stimmen Sie für dieses Gesetz, sind Sie und Ihre Partei für mich für alle Zeiten unwählbar. Wie werden Sie am Freitag abstimmen?

Mit freundlichen Grüßen
Nils H.

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Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr H.,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich verstehe sehr gut, dass Sie die Lage in der ambulanten Psychotherapie mit großer Sorge sehen. Wer selbst oder im eigenen Umfeld erlebt hat, wie lange die Suche nach einem Therapieplatz dauern kann, weiß, dass es hier nicht um eine abstrakte Berufsstandsfrage geht, sondern um konkrete Hilfe für Menschen in einer oft sehr belastenden Situation.

Ich will Ihnen auch nicht ausweichen: Ich habe dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz zugestimmt.

Das war keine leichte Entscheidung. Mir ist bewusst, dass einzelne Regelungen, auch im Bereich der ambulanten Psychotherapie, sehr kritisch gesehen werden. Diese Kritik ist bei uns angekommen und wurde auch in der Fraktion und in der Koalition diskutiert.

Trotzdem war die Zustimmung aus meiner Sicht notwendig. Die gesetzliche Krankenversicherung steht finanziell erheblich unter Druck. Wenn wir nicht handeln, steigen die Beiträge weiter. Das trifft Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Selbständige und am Ende auch Familien und Betriebe vor Ort. Gerade als Union können wir nicht sagen, wir wollen stabile Beiträge und gleichzeitig jede konkrete Maßnahme ablehnen, sobald sie schwierig wird.

Es wäre auch nicht ehrlich zu behaupten, man könne Milliarden einsparen und niemand im Gesundheitswesen werde etwas davon merken. Alle Beteiligten werden ihren Beitrag leisten müssen. Entscheidend ist aber, dass dieser Beitrag fair verteilt wird und Versorgung nicht kaputtgespart wird.

Ich weiß, dass diese Antwort Sie möglicherweise nicht zufriedenstellt. Aber ich möchte Ihnen ehrlich sagen, warum ich so abgestimmt habe: Nicht, weil ich die Probleme in der Psychotherapie kleinrede, sondern weil die Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung insgesamt notwendig ist. Ohne stabile Finanzierung gerät am Ende das gesamte System unter Druck.

Ihre Kritik nehme ich ernst. Und auch wenn Sie meine Entscheidung ablehnen, danke ich Ihnen für die klare Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen 

Lutz Brinkmann MdB 
 

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