Sind Sie für die Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung?
Sehr geehrter Herr Knoll, es wird aktuell mit der Debatte zum gelben Schein von diesem Vorhaben abgelenkt. Daher meine Frage an Sie.
Sehr geehrte Frau S.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Der demografische Wandel setzt die gesetzliche Rente zunehmend unter Druck: Immer weniger Beitragszahler stehen einer wachsenden Anzahl von Rentnerinnen und Rentnern gegenüber. Die Frage, wie wir die Rente langfristig sichern, ist daher eine der größten Herausforderungen für die Generationengerechtigkeit. Wer ein Leben lang gearbeitet hat, soll auch im Alter auf eine verlässliche Absicherung vertrauen können.
Um das Rentenversprechen auch für die Zukunft dauerhaft einzuhalten, spreche ich mich für die Umsetzung der Beschlüsse der Alterssicherungskommission aus. Ein Baustein dabei ist die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung. Hierbei geht es nicht um radikale Einschnitte: Das Rentenalter würde für den Einzelnen nur in kleinen Schritten ansteigen. Um die behutsame Dimension dieses Mechanismus zu verdeutlichen: Kinder, die heute vier Jahre alt sind, würden nach aktuellen Prognosen erst im Jahr 2092 mit 70 Jahren in den Ruhestand gehen. Das heißt, dass in den nächsten Jahrzehnten das Rentenalter nur minimal ansteigt.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen die Position und die Beweggründe hinter diesem Vorschlag damit etwas näherbringen.
Mit freundlichen Grüßen
Manuel Knoll, MdL
Abgeordneter
