Frage an Mareike Engels bezüglich Raumordnung, Bau- und Wohnungswesen

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Mareike Engels
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Frage an Mareike Engels von Birgit N. bezüglich Raumordnung, Bau- und Wohnungswesen

Moin, moin, Frau Engels,

meine Frage bezieht sich auf die Wohnungssituation und den Wohnungsbau in unserer Stadt.
Von der Wohnungsknappheit sind insbesondere einkommensschwache Familien und Einzelpersonen wie Auszubildende und Studierende betroffen.
Gleichzeitig sind die Mieten für die wenigen Wohnungen oft sehr horrend für diese Personengruppen.

Was kann und sollte in den nächsten Jahren auf dem Wohnungsmarkt in Hamburg geschehen, sodass sich die Wohnungssituation entspannt?
Reicht der Drittelmix dazu wirklich aus?

Mit freundlichen Grüßen,
B. N.

Frage von Birgit N. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 1 Tag 21 Stunden

Liebe B. N.,

herzlichen Dank für die Frage!

Den verstärkten Wohnungsbau unterstütze sich sehr, wir sollten aber darauf achten, dass hierfür keine Grünflächen, Schulhöfe und ähnliches genutzt werden. Momentan gibt es den sogenannten Drittelmix für Neubauten (1/3 Sozialwohnungen, 1/3 frei finanzierte Mietwohnungen und 1/3 Eigentumswohnungen). Doch noch nicht mal die Wohnungen, die aus der Sozialbindung raus fallen, werden dadurch ausreichend kompensiert. Wir müssen daher mehr Sozialwohnungen bauen, Sozialbindungen aufkaufen und die Laufzeit nicht nur für 15 Jahre, sondern auf 30 Jahre festlegen (was der SPD-Senat größtenteils nicht macht). Auch im frei finanzierten Wohnungsbau müssen wir verstärkt darauf achten, was für Wohnungen zu welchem Quadratmeterpreis gebaut werden. Die meisten Wohnungen sind viel zu groß, trotzdem häufig nicht familiengerecht und haben Quadratmeterpreise von über 12 Euro. Bezahlbare Mieten sehen anders aus! Wir brauchen daher z.B. eine klügere städtische Flächenpolitik, so dass gemeinwohlorientierte Bauprojekte bevorzugt werden.

Der Wohnungsbau alleine wird meiner Meinung nach aber keine ausreichende Linderung hinsichtlich der steigenden Mieten bieten. Dafür müssen wir auch im Bestand besser regulieren.
Wir brauchen endlich eine echte Mietpreisbremse, eine Reform des Mietenspiegels und stärkere Begrenzung von Mietsteigerungen nach Sanierungen. Weiterhin sollte die Stadt stärker von ihrem Vorkaufsrecht in den Gebieten mit sozialer Verhaltensverordnung Gebrauch machen und diese Wohnungen dann z.B. an die SAGA oder an Genossenschaften weitergeben.

Für Azubis und Studierende fordern wir mehr Wohnheime. Diese sollte v.a. vom Studierendenwerk gebaut werden, um gerade im Bereich von unter 300 Euro pro Zimmer mehr Angebote zu schaffen.

Viele Grüße

Mareike Engels

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