Wo sahen Sie im Bürgerbegehren "Bahnhof mit Zukunft" eine Fundamentalopposition gegen Stuttgart 21? Warum hat die ÖDP dazu im netz geschwiegen, wenn die Gleise von Kopfbahnhof erhalten will?
Ich kann die Logik Ihrer Antwort nicht nachvollziehen. Denn es ging dem Bürgerbegehren nicht um ein Stopp von Stuttgart 21, sondern darum, den Verkehr durch Erhalt von oberirdischen Gleisen zu entzerren.
Wie will die ÖDP ohne den Kopfbahnhof die Verkehrswende hin zu deutlich mehr Verkehr auf der Schiene schaffen?
Warum nutzt eine Partei, die keine Aussichten hat, ein Mandat im Landtag zu gewinnen, nicht so ein Bürgerbegehren als Aktion der Gesamtpartei um trotzdem mal etwas politisch zu bewegen, was einen ansonsten 5%-Hürde und Mitgliederzahl verwehren? Es motiviert doch auch Parteimitglieder mal was sinnvolles zu unterstützen und gleichzeitig die Wahlzulassung aller Stuttgarter Kandidaten zu schaffen.
Warum erkennt die ÖDP das Potential nicht, dass Stuttgart 21 bietet, um zu zeigen, wie gut die Politik der ÖDP dem Land täte und wie CDU, SPD, FDP und Grüne dem Land schaden?
Haben Sie Hamburg und Berlin Hbf schon mal überfüllte Bahnsteige erlebt, die künftig auch in Stuttgart drohen?
Mit dem neuen Bahnhof sollten die Gleise und damit der oberirdische Bahnhof nicht mehr benötigt werden. Es ist auch geplant, dass der Kopfbahnhof mit den Gleisanlagen einem neuen städtebauliches Quartier weicht. Damit fällt die trennende Wirkung der Gleisanlagen mitten in Stuttgart weg und es gibt mehr Lebensqualität. Der Kopfbahnhof sollte aber über die Eröffnung hinaus zumindest so lange erhalten bleiben, bis der neue Bahnhof bewiesen hat, dass er funktioniert. Die ÖDP hat Bedenken, dass die Kapazität des neuen Bahnhofs ausreicht. Derzeit hat die DB alle Planungen ausgesetzt, so dass unklar ist, wie es weiter geht. Aber generell steht unsere Forderung, die Gleisanlagen und den Bahnhof erst nach dem Beweis der Tüchtigkeit des unterirdischen Bahnhofes abzubauen. Aber mit dem Bürgerentscheid hat sich die Mehrheit für den neuen Bahnhof entschieden und wir akzeptieren diese Entscheidung. Und wir sprechen hier noch immer über ein Infrastrukturprojekt, das trotz allem auch für einen ökologischen Verkehr steht. Wir bauen hier kein Atomkraftwerk. Zudem sind jetzt auch Tatsachen geschaffen, an denen vorbei es keinen Sinn macht, weiter an K21 festzuhalten. Daher verrennt sich die ÖDP nicht nicht in eine Ideologie, sondern gestaltet den ÖPNV und den Fernverkehr mit, der neuen Situation geschuldet (z. B. Pfaffensteigtunnel).
