Was ist der größte Hebel, den Sie sehen, um in den nächsten 5 Jahren Baden-Württembergs Zukunftsfähigkeit anzustoßen? (Einige Stichworte: Wettbewerbsfähigkeit gegenüber APAC, KI, Überalterung etc.)
Sehr geehrte Frau S.,
um Baden-Württemberg zukunftsfest aufzustellen, müssen wir zwei Dinge erreichen: unsere Potentiale kurzfristig entfesseln und langfristig sichern.
Entfesseln möchten wir durch mehr Freiheit für die, die im Land etwas gestalten wollen: Zuvorderst durch Rahmenbedingungen, die die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen verbessert. Beispielsweise durch weniger Bürokratie, durch schnellere Prozesse und eine konsequente Digitalisierung in der Verwaltung. Hierfür ist es notwendig, unsere Verwaltungsstruktur zu reformieren. Deregulierung und Digitalisierung gehen Hand in Hand, müssen vom Bürger aus gedacht werden und sollten von Anfang an durch technisch souveräne KI-Anwendungen begleitet werden. Die Kompetenz hierfür fällt freilich nicht von Himmel, sondern ist Ergebnis gezielter Anstrengungen in Wissenschaft, Wissenstransfer und Anwendungsforschung. Und es muss wieder deutlich werden, dass sich Leistung lohnt!
Die Potentiale auch langfristig zu sichern heißt, dauerhaft tragfähige und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Dies gilt sowohl in der Infrastruktur – der Wohnsituation, Gewerbeflächen, reibungslosen Verkehrsflüssen für Menschen und Güter und einem leistungsstarken Mobildaten- und Glasfasernetz – wie auch für Fachkräfte, die die wirtschaftliche Stärke unseres Landes weitertragen. Beste Bildung, unabhängig von Herkunft und Elternhaus, Rahmenbedingungen, die lebenslange Weiterqualifikation unterstützen, aber auch gezielter Migration in den Arbeitsmarkt mit einem funktionierenden Integrationsangebot sowie in jedem Fall ein Umfeld, das die Menschen gerne hier leben und arbeiten lässt. Baden-Württemberg verfügt über sämtliche Voraussetzungen, positiv in die Zukunft zu gehen. Lassen Sie uns in die Erfolgsspur unseres Landes zurückkehren und optimistisch und tatkräftig die Chancen ergreifen.
Mit freundlichen Grüßen,
Nico Weinmann
